Beirut. In einem bewegenden Appell haben dutzende Organisationen der syrischen Zivilgesellschaft die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Beendigung des Bürgerkriegs gebeten. Um die Gewalt zu stoppen, seien zwei Schritte nötig, "die wir allein nicht schaffen", erklärten die 85 Gruppen am Dienstag.

Die Bombenangriffe durch die syrische Armee müssten aufhören, außerdem seien Verhandlungen "zwischen allen syrischen Gruppen und ihren internationalen Unterstützern" nötig. Die Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter zahlreiche Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften, nannten ihre Kampagne "Planet Syrien". "Manchmal fühlen wir uns tatsächlich so, als würden wir auf einem anderen Planeten leben", sagte eine der Organisatoren, Ula Ramadan, zur Begründung. "Unsere Bitten um Frieden und Demokratie werden von Vielen so behandelt, als seien sie etwas Außerirdisches."

Zu sehr auf Kampf gegen Extremisten fokussiert

Die Aktivisten fühlen sich nach eigenen Angaben von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen und werfen ihr vor, stattdessen zu sehr mit dem Kampf gegen den Extremismus beschäftigt zu sein.

In Syrien herrscht seit vier Jahren Bürgerkrieg. Begonnen hatte der Konflikt Mitte März 2011 mit regierungskritischen Protesten, die blutig unterdrückt wurden. In der Folge weitete sich der Unmut zu einem bewaffneten Konflikt aus. Die Lage verschärfte sich enorm, als im Sommer vergangenen Jahres Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) weite Landstriche eroberten und dort eine brutale Herrschaft aufbauten. Eine internationale Militärallianz geht seit mehreren Monaten gegen IS-Stellungen vor.