Bagdad. Sie waren der Alptraum für die Bewohner von Bagdad, ihre schwarzen Hubschrauber berüchtigt, die Sicherheitskonvois gefürchtet. Täglich fegten sie im Tiefflug über die irakische Hauptstadt. In der stets geöffneten Beisitzertür saß ein Mann in US-Militäruniform, das Maschinengewehr im Anschlag. Nicht selten machte er davon Gebrauch. Das Unternehmen, für das hunderte von Söldnern im Irak arbeiteten, wurde schnell für seine Brutalität berüchtigt. Man nannte sie Rambos.

Im März 2004 wurden vier Blackwater-Mitarbeiter in Falludscha, einer der Hochburgen des irakischen Widerstands, getötet. Die Leichen hängte man an den Pfeilern der Brücke über den Euphrat auf. Blackwater war zum Hassobjekt geworden. Doch nicht Zurückhaltung war die Konsequenz, sondern brutale Willkür. Im September 2007 trieben es die Rambos auf die Spitze und schossen auf einer belebten Kreuzung in Bagdad wild um sich. Jetzt erst, fast acht Jahre danach, wurden vier Mitarbeiter der Sicherheitsfirma zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Wie ein US-Bundesgericht in Washington am Montagabend bekannt gab, muss einer der vier Angeklagten wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis, die übrigen drei Angeklagten wurden wegen Totschlags zu etwas mehr als 30 Jahren Knast verurteilt.

In knapp 15 Minuten wurden 14 Zivilisten getötet


Die Geschworenen des Gerichts hatten die vier ehemaligen Mitarbeiter bereits im Oktober schuldig gesprochen. Die legten allerdings Berufung gegen das Urteil ein. In dem nun zu Ende gehenden zweimonatigen Prozess hatte die Staatsanwaltschaft dargelegt, wie die Blackwater-Mitarbeiter am 16. September 2007 auf dem belebten Nisur-Platz in Bagdad mit Sturmgewehren, Maschinengewehren und Granatwerfern willkürlich in die Menge feuerten. Sie hatten einen Diplomatenkonvoi beschützen sollen. Einer US-Untersuchung zufolge wurden binnen einer knappen Viertelstunde 14 Zivilisten getötet, irakische Ermittler sprechen von 17 Todesopfern. Weitere 18 Menschen wurden verletzt.

Während des Prozesses plädierten die früheren Söldner auf nicht schuldig und machten Selbstverteidigung geltend. Sie hätten den Fahrer eines herannahenden Autos damals für einen Selbstmordattentäter gehalten. Für ihre Darstellung, andere hätten zuerst das Feuer eröffnet, gab es keine Beweise. Bundesrichter Royce Lamberth sagte, er habe die Aussagen zugunsten der Angeklagten durchaus berücksichtigt.