Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon)/Washington. Mit einer großen Militärparade in Ho-Chi-Minh-Stadt hat Vietnam am Donnerstag an das Ende des Krieges vor 40 Jahren erinnert. Der Parade, die live im Fernsehen übertragen wurde, wohnten neben dem Staats- und Regierungschef auch zahlreiche Mitglieder der Kommunistischen Partei bei. Ein Vertreter der USA war nicht dabei.

Die Parade fand vor zehntausenden Bürgern zu Ehren der Millionen im Krieg getöteten Vietnamesen statt. "Sie haben unzählige barbarische Verbrechen begangen", sagte Ministerpräsident Nguyen Tan Dung an die Adresse der USA gerichtet.

Die Menschen zogen am frühen Morgen unter sengender Hitze Fähnchen schwingend an der Tribüne vorbei. Von dort winkten Parteichef Nguyen Phu Trong, Präsident Truong Tan Sang und Regierungschef Nguyen Tan Dung. Die Straßen waren mit Siegesbannern geschmückt.

Heftige Kämpfe um Saigon

Der Vietnamkrieg endete am 30. April 1975, als nach fast zwei Monaten erbitterter Gefechte die Stadt Saigon - das heutige Ho-Chi-Minh-Stadt - durch die Truppen des kommunistischen Nordvietnam eingenommen wurde. Die letzten Amerikaner waren kurz zuvor mit Hubschraubern aus dem damaligen Saigon geflohen.

Vietnam vertrieb erst die französischen Kolonialherren, dann die USA. 58 000 US-Soldaten fielen in dem Kampf. Die Schätzungen über vietnamesische Opfer unter Kämpfern und Zivilisten liegen zwischen einer und drei Millionen. Die Kommunistische Partei regiert Vietnam bis heute.