Riad/Sanaa. Ein Selbstmordattentäter hat sich in einer schiitischen Moschee im Osten Saudi-Arabiens in die Luft gesprengt und dutzende Menschen mit in den Tod gerissen. Die Bombe ist während der Freitagsgebete in der Imam-Ali-Moschee in Al-Kadeeh explodiert. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, der Attentäter habe einen Sprengstoffgürtel gezündet. Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses sprach von rund 20 Toten und über 50 Verletzten, von denen mehrere in Lebensgefahr schwebten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Auch im benachbarten Jemen wurde eine schiitische Moschee Ziel eines Bombenanschlags. In der von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierten Hauptstadt Sanaa wurden dabei nach Angaben aus Sicherheitskreisen 13 Menschen verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Für dieses Attentat übernahm die sunnitische Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in einer Twitter-Erklärung die Verantwortung.

Nun gibt es Befürchtungen, dass der IS, der im Jemen bisher kaum in Erscheinung getreten ist, auch in diesem Land immer mehr Fuß fasst. Zudem erhöhen die Anschläge die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten in der Region. Das sunnitisch geprägte Saudi-Arabien bekämpft in einer Allianz anderer sunnitischer Länder die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen aus der Luft. Saudi-Arabien sieht den Vormarsch der Rebellen als Versuch des schiitischen Erzrivalen Iran an, in der Region Einfluss zu gewinnen.