Nach der Ermordung des Oppositionsführers Zedi Feruzi stehen im ostafrikanischen Burundi die Zeichen auf Sturm. Die Protestbewegung gegen Präsident Pierre Nkurunziza hat den mit der Regierung begonnenen Dialog ausgesetzt. Das Bündnis gegen eine dritte Amtszeit für Nkurunziza verurteilte am Sonntag die "schändliche Tat".

In einer Mitteilung der Vereinten Nationen hieß es, das Verbrechen könne weitere Gewalt in dem ostafrikanischen Krisenland entfesseln. Die politischen Führer Burundis sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und die politische Krise lösen. Sie sollten den Frieden und die nationale Aussöhnung über Parteiinteressen stellen, erklärte Ban.

Burundi blickt seit seiner Unabhängigkeit von Belgien 1961 auf eine Kette von bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen und Stammeskämpfen zwischen den Ethnien der Hutu und Tutsi zurück. Beobachter befürchten neuerliche Gewaltausbrüche nach der Ermordung des Oppositionsführers Zedi Feruzi am Samstag. Damit wurde der von der UNO vermittelte Dialog zwischen Regierung und Opposition bereits in den Anfängen gestoppt.
Auslöser der aktuellen Krise sind Proteste gegen Pierre Nkurunziza erschüttert, der entgegen den Vorschriften der Verfassung für eine dritte Amtszeit als Präsident kandidiert. Ende April wurden bei Kundgebungen mehr als zwanzig Menschen getötet. Mehr als 60.000 Einwohner sind ins benachbarte Tansania geflohen, wo in einem Flüchtlingslager die Cholera ausgebrochen ist.
Die bereits zum zweiten Mal verschobene Präsidentschaftswahl soll am 26. Juni stattfinden. Ob es allerdings tatsächlich zu dem Urnengang kommt, kann zur Zeit niemand sagen.

Politische Beobachter in der Hauptstadt Bujumbura hoffen nun darauf, dass die Afrikanische Union besänftigend auf die einzelnen Gruppierungen einwirkt.