Telfs. Nach dem G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau findet mit der Bilderberg-Konferenz ab Donnerstag im 27 Kilometer entfernten Tiroler Telfs die nächste, wenn auch private Zusammenkunft von Weltmächtigen statt. Am Montag veröffentlichten die Organisatoren vorab die Teilnehmerliste. Diese setzt sich aus 140 politischen Entscheidungsträgern und Experten aus der Industrie, Finanzen, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aus 22 Ländern zusammen.

Unter anderem finden sich dort Deutsche Bank-Aufsichtsratsvorsitzender Paul M. Achleitner, der Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko, Shell-Manager Ben van Beurden, "Standard"-Gründer und -Herausgeber Oscar Bronner, der Vorsitzende der Euro-Gruppe und niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, Airbus-Manager Thomas Enders, Bundespräsident Heinz Fischer, Ex-CIA-Direktor David Petraeus, Ex-US-Außenminister Henry Kissinger, OMV-Vorstandsvorsitzender Gerhard Roiss oder Ryanair-Vorsitzender Michael O’Leary.

Diskutiert werden soll heuer unter anderem über künstliche Intelligenz, Computer- und Netzsicherheit, Bedrohung durch chemische Waffen, aktuelle Wirtschaftsthemen, europäische Strategie, die Globalisierung, Griechenland, den Iran, den Mittleren Osten, Russland oder die Bedrohung durch den Terrorismus.

Flugverbotszone geplant


Ab Mittwoch starten die Sicherheitsvorkehrungen für die Konferenz. Die Zufahrtsstraße L 35 von Telfs zum dem auf einem Hochplateau gelegenen Hotel wird gesperrt. Wie rund um das Schloss Elmau wird auch um das "Interalpenhotel" eine Flugverbotszone eingerichtet. Diese gelte im Umkreis von 50 Kilometern und dauere von 10. Juni 8 Uhr bis 14. Juni 20 Uhr, erklärte der stellvertretende Leiter des Tiroler Landeskriminalamts, Christoph Hundertpfund. Sie wird vom Bundesheer überwacht und gilt auch für Paragleiter, Leichtflugzeuge oder Drohnen. Auch die Alpinpolizei sei angewiesen, Startplätze für derartige Fluggeräte verstärkt zu beobachten. Der Flugverkehr nach und ab dem Flughafen Innsbruck wird nicht davon betroffen sein.

Laut Hundertpfund sind insgesamt zwei Demonstrationen angemeldet. Der "Große Protestmarsch" der Anti-Bilderberg-Plattform startet am Nachmittag des 13. Juni vom Rathausplatz in Telfs und soll durch den Ort führen. Laut den Organisatoren werden "2000 bis 3000 Teilnehmer" erwartet. Zudem werde eine auf einem Parkplatz angemeldete "Dauerkundgebung" "90 bis 150 Demonstranten" umfassen.

Die Bilderberg Konferenz wurde 1954 mit dem ursprünglichen Ziel gegründet, den Dialog zwischen Europa und Nordamerika zu fördern. Jedes Jahr werden zwischen 120 und 150 politisch einflussreiche Personen und Experten aus der Industrie, Finanzen, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien eingeladen. Die Konferenz wird für ihre Intransparenz kritisiert. Sie versteht sich als ein Forum für den informellen Austausch zu Themen von globaler Relevanz.