Tripolis. Der berüchtigte algerische Dschihadistenführer Mokhtar Belmokhtar ist Angaben der libyschen Regierung zufolge bei einem US-Luftangriff getötet worden. Bei dem Einsatz im Osten Libyens seien auch mehrere libysche Mitglieder einer Terrororganisation gestorben, teilte die international anerkannte libysche Regierung mit Sitz in Tobruk mit.

Die USA bestätigten, dass ein US-Luftangriff in Libyen  Belmokhtar galt. Das US-Verteidigungsministerium gab jedoch nicht an, ob der Islamist getötet wurde.

Für zahlreiche Anschläge verantwortlich

Der einäugige Belmokhtar war früher der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) und wurde später Chef der Gruppe Al-Mourabitoun. Die Gruppe war 2013 aus Belmokhtars algerischer Islamistengruppe "Die mit Blut unterzeichnen" und der in Mali aktiven "Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika" (Mujao) hervorgegangen.

Die Gruppe hatte sich unter anderem zu einem Anschlag auf das bei westlichen Gästen beliebte Restaurant "La Terrasse" in Bamako bekannt. Bei dem Angriff im März wurde ein 30-jähriger Franzose erschossen, bei der anschließenden Flucht des Angreifers mit einem Komplizen wurden zudem ein belgischer Wachmann, zwei malische Polizisten und ein malischer Wachmann getötet.

Schon mehrfach für tot erklärt  

Der einäugige Islamist wird für eine Reihe weiterer Anschläge und Geiselnahmen in mehreren afrikanischen Staaten verantwortlich gemacht. Er soll der Drahtzieher des Angriffs auf das algerische Gasfeld Amenas gewesen sein, bei dem 2013 38 zumeist westliche Geiseln getötet worden waren. Kurz darauf hatte die Armee des Tschad erklärt, sie habe den 1972 geborenen Islamistenführer in Mali getötet. Vergangenes Jahr verlautete allerdings aus Sicherheitskreisen, Belmokhtar sei am Leben und mittlerweile in Libyen.

Ein Islamist mit Verbindungen zu Extremistengruppen in Libyen hat unterdessen die Berichte dementiert, wonach der berüchtigte Belmokhtar getötet worden sei. Der Angriff in Adschdabija habe Belmokhtar wahrscheinlich verfehlt und stattdessen vier andere Menschen getötet, sagte der Mann der Nachrichtenagentur AP.