Putin freute sich über zahlreiche hochrangige Besucher des Doppelgipfels in Ufa. - © epa/Brics
Putin freute sich über zahlreiche hochrangige Besucher des Doppelgipfels in Ufa. - © epa/Brics

Ufa. (vee) Es ist ohne Frage ein Gipfel mit vielen Nettigkeiten. Mit den Worten "Willkommen, lieber Freund", begrüßte der russische Präsident Wladimir Putin seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping dieser Tage in Ufa. Die Hauptstadt der Republik Baschkortostan, gut zwei Flugstunden östlich von Moskau, ist aktuell Gastgeber des alljährlichen Brics-Summits sowie des anschließenden Gipfeltreffens der Shanghai Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Xi legte, nachdem er die Naturschönheiten der Region und das "sehr gute" Hotel ausführlich gepriesen hatte, noch ein Schäufelchen nach und nannte Putin, den er im März 2013 das erste Mal getroffen hatte, "meinen alten Freund". Dem indischen Premier und Yogi Narendra Modi wiederum versprach Putin, es in der Zukunft statt mit Judo mal mit Yoga zu versuchen.

Wie gut es aber - abgesehen von offenbar guten persönlichen Beziehungen der Staatschefs - tatsächlich bestellt ist um Harmonie und Einigkeit zwischen den so unterschiedlichen Ländern Brasilien, Indien, China, Russland und Südafrika, ist offen. Einigkeit zeigte man jedenfalls in der Kritik an der Politik des Westens. Die fünf Staaten beanstandeten die "neoliberale Globalisierung", da diese weltweit Arbeitsplätze und Ökosysteme vernichte. Sie vereinbarten, eine neue, "multipolare politische Weltordnung" aufzubauen, ohne sich einem Diktat des Westens und "diskriminierenden Wirtschaftssanktionen" zu beugen. Laut Deklaration sehen sich die Brics-Staaten als "Struktur einer neuen globalen Steuerung". Der Prozess sei "unumkehrbar", sagte Xi.

Weitere Finanzhilfen


Die Uneinigkeit zwischen den fünf Ländern lässt sich aber allein schon an den weiter vorherrschenden klassischen Animositäten ablesen: So fürchtet Indien eine chinesische Dominanz innerhalb der Brics; Indien und Brasilien wollen auch nicht bei einer stark anti-westlich orientierten Politik mitmachen. Und nach wie vor stehen die Länder wirtschaftlich in Konkurrenz zueinander.

Eine Weiterentwicklung gibt es immerhin bei gemeinsamen Finanzhilfen. Die neue Entwicklungsbank der Brics-Staaten NDB hat ihre Arbeit aufgenommen und soll ab 2016 Kredite für Infrastrukturprojekte zur Verfügung stellen. Ab Ende Juli können die Länder bei einer Zahlungsbilanzkrise und Liquiditätsproblemen auf einen Devisenpool in der Höhe von 100 Milliarden Dollar zählen. Dennoch: Wie die Bank ist auch der Pool weniger von klaren Regeln abhängig als vom politischen Willen seiner Mitglieder.