Ankara. Türkische Polizisten und Soldaten haben innerhalb weniger Tage an der Grenze zu Syrien fast 40 Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag meldete, fasste die Polizei im Landkreis Elbeyli in der Grenzprovinz Kilis 14 Ausländer und zwei Türken, die nach Syrien wollten, um sich dem IS anzuschließen.

Zuvor hatten Grenztruppen der Armee ebenfalls in Elbeyli 21 ausländische IS-Mitglieder und einen Türken festgenommen, die aus Syrien über die Grenze in die Türkei kommen wollten. Zur Nationalität der festgenommenen Ausländer wurde nichts mitgeteilt.

Verstärkte Bemühungen

Die türkischen Behörden gehen in jüngster Zeit verstärkt gegen den IS an der syrischen Grenze vor. Für die Dschihadisten ist die Türkei als Nachschubbasis wichtig; viele ausländische Kämpfer reisen über türkisches Gebiet in den IS-Machtbereich in Syrien und dem Irak. Ankara hatte vor wenigen Wochen eine Großoffensive gegen den IS angekündigt und den USA türkische Luftwaffenstützpunkte für Angriffe auf die Miliz in Syrien zur Verfügung gestellt.

Westliche Kritiker werfen der Türkei vor, lange die Augen vor den Aktivitäten des IS verschlossen zu haben. Die türkische Regierung weist dies zurück. Nach Angaben Ankaras sind inzwischen mehr als 3.000 Ausländer wegen des Verdachts auf Verbindungen zum IS abgeschoben oder bereits bei der Einreise zurückgeschickt worden. Darüber hinaus hat die Türkei gegen 18.000 weitere Menschen ein Einreiseverbot verhängt.