Juba/Wien. (klh) Am Ende hat er dann doch unterzeichnet: Wochenlang hatte sich Südsudans Präsident Salva Kiir geziert, ein Friedensabkommen zu unterschreiben, während in seiner Heimat ein Bürgerkrieg wütete. Die USA und Großbritannien drängten daher darauf, dass der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen die südsudanesische Regierung beschließt.

Schließlich wurde Kiir der Druck offenbar zu groß: Am Mittwoch setzte er bei einem Gipfeltreffen mit Staats- und Regierungschefs aus der Region in der südsudanesischen Hauptstadt Juba seine Unterschrift unter das Abkommen, das den 20-monatigen bewaffneten Konflikt im Südsudan beenden soll. Dieser hat in dem bitterarmen Staat zu einer humanitären Katastrophe geführt: Zehntausende Zivilsten wurden getötet, mehr als zwei Millionen vertrieben, die Ernährungslage ist katastrophal. Doch Kiir äußerte auch gleich Bedenken gegen das Abkommen: Laut Diplomaten soll er etwa Einwände dagegen geäußert haben, dass Juba eine entmilitarisierte Zone wird.

Rebellenchef Riek Machar hatte das Friedensabkommen schon Mitte August unterzeichnet. Er ist der große Gegenspieler von Kiir. Machar war einst der Vizepräsident von Kiir, hat sich dann aber von ihm abgespalten. Der Konflikt spielt sich auf mehreren Ebenen ab: Es geht um persönliche und ethnische Rivalitäten Kiir ist Dinka und Machar gehört der Ethnie der Nuer an. Zudem ist es ein Kampf um die Einnahmen aus dem Ölgeschäft.

Beobachter sind sehr skeptisch, dass das Abkommen halten wird. Denn in den vergangenen Monaten sind immer wieder die verschiedensten Vereinbarungen gescheitert. Zudem gibt es große Zweifel, dass die Kontrahenten tatsächlich an einem Ausgleich interessiert sind. Zweifel, die wegen der Bedenken Kiirs gegen das Friedensabkommen noch einmal gewachsen sind.