US-Präsident Barack Obama hat den Bau der umstrittenen Ölpipeline Keystone XL abgelehnt. Als Grund gab er mögliche negative Auswirkungen auf das Klima an. Er erklärte am Freitag in Washington, das Vorhaben sei nicht im nationalen Interesse der USA. Das dürfte waohl das Ausfür die Pipeline bedeuten, die Öl aus den Teersandvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta zu Raffinerien im US-Bundesstaat Texas befördern sollte.

Das US-Außenministerium habe nach Abschluss des Prüfverfahrens die Ablehnung des Vorhabens empfohlen, sagte Obama vor Journalisten. "Ich stimme mit dieser Entscheidung überein." Die Vereinigten Staaten seien "jetzt ein globaler Anführer" im Kampf gegen den Klimawandel. "Offen gesagt würde eine Zustimmung zu dem Projekt diese globale Führungsrolle untergraben", sagte er.


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Umweltschützer hatten vor katastrophalen Folgen möglicher Lecks der Pipeline gewarnt. Außerdem beklagten sie, dass bei dem Verfahren zur Ölgewinnung aus Teersand zu viel Treibhausgase freigesetzt würden. Die Befürworter von Keystone XL argumentierten dagegen, dass die Pipeline zehntausende Jobs schaffen werde. Obama machte am Freitag allerdings deutlich, dass das Projekt keine "bedeutenden" Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt hätte. Ebenso wenig würden Benzinpreise für Verbraucher sinken oder die Energiesicherheit der Vereinigten Staaten verbessert.


Der republikanische Sprecher Paul Ryan beklagte negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Kanadas Premier Justin Trudeau zeigte sich aufgrund des entgangenen Geschäfts enttäuscht. Beifall für Obama kam hingegen von Greenpeace. Die Organisation sprach von einem "großen Gewinn für das Klima".

Die Planungen für die Pipeline liefen seit Jahren, das kanadische Unternehmen TransCanada hatte erstmals im September 2008 eine Genehmigung beantragt. Im Jahr 2012 legte Obama das Projekt dann vorerst auf Eis, seine Zustimmung zu einem neuen Antrag von TransCanada machte er von den Klimafolgen abhängig. Anfang des Jahres legte der Präsident sein Veto gegen ein von den Republikanern durch den Kongress gebrachtes Gesetz ein, das TransCanada den unverzüglichen Baubeginn ermöglichen sollte. Zuletzt hatte sich das Unternehmen vergeblich um eine Aussetzung des Prüfverfahrens bemüht. Beobachter vermuteten dahinter einen Schachzug, um das Verfahren in die Hände eines neuen US-Präsidenten zu legen.

Obama setzte mit der Entscheidung auch eines seiner Wahlkampfversprechen um.