Beirut. Die Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) hat nach eigenen Angaben zwei Geiseln aus Norwegen und China hingerichtet. In seinem Online-Propagandamagazin "Dabik" zeigte der IS am Mittwoch Fotos, welche die Leichen der beiden Geiseln zeigen sollen. Die Gesichter der Toten sind blutverschmiert.

  Norwegens Regierung erklärte, die Fotos seien offenbar echt, die Prüfung der Aufnahmen dauere aber an.

  Der IS hatte Anfang September in "Dabik" Fotos der mutmaßlichen Geiseln veröffentlicht. Alle, "die ein Lösegeld für die Freilassung" der Entführten zahlen wollten, wurden damals aufgefordert, sich unter einer irakischen Telefonnummer zu melden. Wo und wann die beiden Männer verschleppt wurden, wurde nicht mitgeteilt. Die nun im Propagandamagazin "Dabik" veröffentlichten Fotos werden kommentiert mit den Worten "Exekutiert, nachdem sie von den untreuen Ländern und Organisationen aufgegeben wurden".

  Das Büro der norwegischen Regierungschefin Erna Solberg erklärte in einer ersten Reaktion, die Fotos zeigten anscheinend, "dass die Geisel Ole-Johan Grimsgaard-Ofstad hingerichtet wurde". Die Analyse der Aufnahmen sei aber noch nicht abgeschlossen.

  Die Regierung in Oslo hatte Anfang September die Entführung des Norwegers bestätigt, Zahlungen an die Entführer aber ausgeschlossen. "Norwegen wird kein Lösegeld zahlen", sagte Regierungschefin Solberg bei einer Pressekonferenz. Die Situation sei "extrem schwierig". Nach Solbergs Angaben war der 48-jährige Grimsgaard-Ofstad Ende Jänner kurz nach seiner Ankunft in Syrien verschleppt worden. Er hatte demnach am 24. Jänner über das Online-Netzwerk Facebook mitgeteilt, dass er in Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslands eingetroffen sei. Zu den Gründen seiner Reise wurde nichts bekannt.

  Bei der anderen Geisel soll es sich um den 50-jährigen chinesischen Berater Fan Jinghui handeln. Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres weite Teile des Irak und Syriens eingenommen. Die Jihadistenmiliz brüstete sich immer wieder mit der Ermordung westlicher Geiseln und veröffentlichte etwa Videos von Enthauptungen.