Seoul. Nordkorea hat dem Süden am Freitag die Aufnahme von Gesprächen angeboten. Das Treffen auf Arbeitsebene solle am 26. November im Dorf Panmunjom an der stark befestigen Grenze stattfinden. Der Nordkorea-Experte John Delury von der Yonsei-Universität lobte den Ansatz eines Treffens auf Arbeitsebene als "sehr pragmatisch", da derartige Vereinbarungen oft schon an dieser Frage gescheitert seien.

Bei dem Treffen soll ein Dialog eingeleitet werden, um das Verhältnis der Bruderstaaten zu verbessern. Beim südkoreanischen Vereinigungsministerium in Seoul ging am Freitag ein entsprechender Vorschlag aus Pjöngjang ein.

Das Gesprächsangebot aus Pjöngjang kommt zu einer Zeit, in der das kommunistisch regierte Land isolierter scheint denn je. Südkorea hingegen bemüht sich um bessere Beziehungen zum traditionellen nordkoreanischen Verbündeten China sowie zum einstigen Erzfeind Japan. Die Staats- und Regierungschefs der drei Ländern hatten zu Beginn des Monats ihren ersten gemeinsamen Gipfel seit mehr als drei Jahren in Seoul abgehalten.

Im August hatten sich die Spannungen zwischen den beiden Staaten verschärft. Zeitweilig beschossen sie sich mit Artillerie. Zwischen dem kommunistischen Norden und dem demokratischen Süden herrscht seit dem Endes des Korea-Krieges 1950 bis 1953 formell noch Krieg.