Washington. Ist Donald Trump noch aufzuhalten? Diese Frage stellen sich das Establishment der US-Republikaner und der gesamte Politikbetrieb in Washington. Drei von vier Vorwahlen der Republikaner hat der Milliardär schon gewonnen. Kommende Woche folgt der "Super Tuesday", an dem die Parteibasis in elf Bundesstaaten abstimmt und an dem sich zeigen wird, ob Trump weiter auf der Siegerstraße bleibt.

Das Feld der Gegenkandidaten hat sich mittlerweile gelichtet, nur noch Marco Rubio, der das Parteiestablishment hinter sich hat, und der erzkonservative Ted Cruz treten gegen Trump an. Und die beiden haben sich bei der letzten TV-Debatte vor dem Wahltag kräftig auf den Favoriten eingeschossen.

Rubio warf dem Immobilientycoon vor, auf seinen Baustellen illegale Einwanderer beschäftigt zu haben. "Die Leute können das nachschauen. Ich bin sicher, dass die Leute das in diesem Moment googeln. Polnische Arbeiter. Eine Strafe von einer Million Dollar, weil er polnische Arbeiter bei einem seiner Projekte beschäftigt hat", sagte Rubio bei der Debatte im texanischen Houston. Im Hinblick auf Trumps Plan einer Mauer an der Grenze zu Mexiko fügte er später hinzu: "Wenn er die Mauer auf die Weise baut, wie er die Trump Tower gebaut hat, dann wird er dabei illegale Einwanderer einsetzen."

Trump entgegnete scharf auf Rubios Breitseite: "Ich bin der Einzige auf dieser Bühne, der Leute eingestellt hat. Du hast niemanden eingestellt." Doch der Senator schoss zurück und sprach die Herkunft des Milliardärs aus reichen Verhältnissen an: "Wenn er nicht 200 Millionen geerbt hätte, wisst ihr, wo Donald Trump jetzt wäre? Uhren verkaufen in Manhattan."

Auch Cruz ging Trump bei der vom Nachrichtensender CNN übertragenen Debatte hart an und warf dem Geschäftsmann Opportunismus bei seiner harten Haltung in der Einwanderungspolitik vor. Der Populist Trump hat immer wieder Tiraden gegen Einwanderer losgelassen, er nannte etwa Migranten aus dem Nachbarland Vergewaltiger und Verbrecher.

Dies führte nun dazu, dass sich US-Vizepräsident Joe Biden für derartige Ausfälle gegen Migranten im US-Wahlkampf entschuldigt hat. Dies entspreche nicht der Ansicht der meisten US-Amerikaner, versicherte Biden, der in Mexiko von Staatschef Enrique Pena Nieto empfangen wurde.

Auch bei den Demokraten geht das Duell zwischen Hillary Clinton und Bernier Sanders in die nächste Runde. Bei ihnen findet vor dem Super Tuesday noch am Samstag in South Carolina die Vorwahl statt. Clinton gilt als Favoritin, ihr Rivale Bernie Sanders setzt sie aber von links unter Druck.