Wien. Der Bericht über die menschliche Entwicklung, der jedes jahr vom UN-Weltentwicklungsprogramm UNDP erstellt wird, fokussierte für das Jahr 2015 auf das Thema Arbeit. Der neue "Bericht über die menschliche Entwicklung 2015" des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) beschreibt die positiven Entwicklungswirkungen von Arbeit. Im Bericht ist davon die Rede, dass es angemessene Arbeitsbedingungen für alle brauche, die Regierungen werden aufgefordert, auch den großen Bereich der Arbeit in den Fokus zu stellen, der außerhalb des Arbeitsmarktes stattfindet.

Rund 830 Millionen Menschen auf der Welt seien sogenannte "erwerbstätige Arme", die mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen müssen. Mehr als 1,5 Milliarden Menschen seien prekär beschäftigt und über 200 Millionen, darunter 74 Millionen Jugendliche, seien arbeitslos. 21 Millionen Menschen müssen Zwangsarbeit leisten. Frauen werden, so der Bericht, immer noch systematisch im Arbeitsleben benachteiligt. Und sie leisten den größten Teil der Hausarbeit: etwa dreimal so viel wie Männer. Frauen betreuen und pflegen Angehörige oder arbeiten unbezahlt in Familienbetrieben mit. Durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung in vielen Ländern wird der Altenpflegebedarf zunehmen.

Besonderes Interesse erregt jedes Jahr das Länderranking nach dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI). Die Forscher orientieren sich bei der Erstellung des Index nicht nur an ökonomischen Eckdaten: Das Konzept der menschlichen Entwicklung orientiert sich an Lebensoptionen und dem Wunsch der Menschen nach einem langen, gesunden und erfüllten Leben.

Die Top-10-Länder sind im Bericht 2015 Norwegen (Platz 1), Australien (2), Schweiz (3), Dänemark (4), Niederlande (5), Deutschland (6), Irland (6), Vereinigte Staaten (8), Kanada (9), Neuseeland (9). Österreich ist auf Rang 23 hinter Belgien und Frankreich und vor Finnland und Slowenien. Am unteren Ende der Rangordnung finden sich Haiti, Ruanda und Uganda (163), Benin (166), Sudan (167), Dschibuti (168), Senegal (170), Afghanistan (171), Cote d’Ivoire (172) und Malawi (173). Syrien findet sich auf Rang 134, Irak auf Platz 121, China auf Platz 90, Indien auf Rang 130.

Das Schlusslicht Europas ist die Republik Moldau, die auf Platz 107 des Human Development Index liegt.