Auf Zwangsdiät gesetzt


Auch auf internationaler Ebene fehlt es an Geld. Vom World Food Programme (WFP) erhielt jede Familie monatlich eine Essensration, zwei Rationen, falls die Familie mehr als sechs Mitglieder zählte. "Jetzt gibt es nur mehr eine Ration pro Monat, egal wie groß die Familie ist." Und auch die Einkaufsgutscheine wurden von ursprünglich 30.000 irakischen Dinar auf 12.000 Dinar pro Person und Monat reduziert, umgerechnet knapp neun Euro.

Natürlich versuchen die Menschen Arbeit zu finden, doch das sei in der Wirtschaftskrise alles andere als einfach, klagt Abdo. "Sie sind bereit, für den halben Lohn zu arbeiten, nur um eine Stelle zu bekommen."

Um Lücken in der Versorgung zu schließen, ist Abdo mit privaten Spendern in Kontakt: Hotelbesitzern, Firmeninhabern, wohlhabenden Privatleuten. So können 40 Familien im Flüchtlingslager, die aufgrund fehlender Dokumente keine Essensrationen erhalten, mit Nahrungsmitteln versorgt werden.

"Sehen wir irgendwo im Camp Bedarf, kontaktieren wir unsere Spender", berichtet Abdo. Doch er weiß: "Sie sind immer weniger bereit, regelmäßig größere Summen zu spenden." Die Wirtschaftskrise ist auch bei ihnen angekommen.