Wien. Seit 20 Jahren gibt es einen Vertrag, der weltweit Atomtests verbieten würde. Allerdings fehlt noch die Ratifizierung bzw. sogar überhaupt die Unterschrift von acht Staaten, damit der Vertrag in Kraft treten kann - und diese acht sind zuletzt einer Ratifizierung nicht näher gekommen, sagte EU-Außenministerin Federica Mogherini in Wien anlässlich der 20-Jahres-Feier der "Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization" (CTBTO).

Diese Organisation ist formal ein Vorbereitungsgremium für den künftigen völligen Atomtest-Bann. Vorerst gibt es nur eine "vorbereitende Kommission" für die vereinbarte CTBTO. Sie hat ihren Sitz in Wien und wurde 1996 von 44 Staaten ins Leben gerufen, darunter Österreich. Diese 44 Staaten ("Annex-II-Staaten") müssen das Atomteststopp-Abkommen ratifizieren, damit es in Kraft treten kann. Von ihnen haben die USA, China, Israel, Iran und Ägypten zwar unterschrieben, aber nicht ratifiziert. Indien, Pakistan und Nordkorea haben gar nicht erst unterschrieben. Damit zeichnet sich allen öffentlich geäußerten Wünschen zum Trotz nicht ab, dass das Abkommen in absehbarer Zeit in Kraft treten könnte - auch wenn inzwischen 183 Staaten den Vertrag unterzeichnet und 164 von ihnen auch ratifiziert haben, darunter alle EU-Staaten.


Links
"Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization" 
wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Entwicklung neuer Waffen eingeschränkt

Aber auch so habe das Abkommen Vorteile gebracht, sagte Mogherini. Denn mit Ausnahme Nordkoreas verzichten alle Staaten auf Atomtests, dadurch sei die Entwicklung neuer Waffen eingeschränkt worden, sagte sie. Außerdem verwies sie auf die zivilen Nutzen, die sich aus der Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang ergeben. Die Organisation hat schon über 260 Messstationen und Laboratorien zertifiziert, im Endausbau sollen 337 Stationen Erdbewegung, ungewöhnliche Explosionen und Radioaktivität kontrollieren. Die gesammelten Daten helfen bei der Tsunami-Warnung und bei zivilen Atomunfällen wie in Fukushima 2011. Sogar beim vermissten Flug 370 könnten vielleicht Schallmessungen im Ozean einen Hinweis auf die Absturzstelle geben, hofft die Organisation.