New York. Die UN-Vollversammlung hat den früheren portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio Guterres (67) für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen bestätigt. Guterres übernimmt das Amt vom Südkoreaner Ban Ki-moon (72) zum 1. Jänner 2017 für fünf Jahre.

Der 67-jährige Guterres folgt dem Südkoreaner Ban nach. Ban tritt nach zwei Amtszeiten Ende 2016 zurück. Guterres war von 1995 bis 2002 portugiesischer Ministerpräsident. Von 2005 bis 2015 war er zehn Jahre lang UNO-Flüchtlingshochkommissar.

Der Schritt der 193 Mitgliedstaaten am Donnerstag galt als Formalie, nachdem der Sicherheitsrat den früheren Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks für den Posten bereits nominiert hatte. In der rund 70-jährigen UN-Geschichte hatte das Plenum eine solche Personalie noch nie blockiert.

Guterres verspricht zu vermitteln

"Die dramatischen Probleme der komplexen Welt von heute können nur zu einer menschlichen Herangehensweise anregen, in der der Generalsekretär weder alle Antworten hat noch seine Sichtweisen aufzuerlegen versucht", sagte Guterres nach der Wahl. Er versprach, zu vermitteln, ehrlich zu verhandeln und Brücken zu bauen. "Ich werde mein Bestes tun, dem Ziel des Friedens für das syrische Volk zu dienen", sagte Guterres, der sich mit Englisch, Französisch und Spanisch in drei der sechs offiziellen UN-Sprachen äußerte.

Der Präsident der Vollversammlung, Peter Thomson, erklärte: "Ich bin sicher, dass Herr Guterres der Weltgemeinschaft mit Hingabe und als moralische Instanz dienen wird und die Stimme unseres Gewissens und der Menschheit während seiner Amtszeit sein wird." Amtsinhaber Ban bezeichnete Guterres als "wundervolle Wahl", die UN zu lenken. US-Präsident Barack Obama erklärte, Guterres habe den "Charakter, die Vision und die Fähigkeiten", die zu dieser kritischen Zeit nötig" seien.

Nach den ungeschriebenen regionalen Verteilungsprinzipien der UN wäre eigentlich ein Vertreter aus Osteuropa an der Reihe gewesen. Viele hatten für eine Frau plädiert - alle bisherigen Generalsekretäre waren Männer. Im Gespräch war unter anderem die Vizepräsidentin der EU-Kommission, die Bulgarin Kristalina Georgiewa, gewesen.