Aleppo/Damaskus. Eine neue Waffenruhe für die umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo hat am Freitagmorgen zunächst gehalten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, an allen Fronten herrsche Ruhe. In der Nacht zuvor hatte es demnach noch Kämpfe zwischen Anhängern der Regierung und Rebellen gegeben.

Die zehnstündige Feuerpause soll bis 19.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) dauern. Das russische Militär hatte die Waffenruhe am Mittwoch einseitig verkündet. Sie soll Kämpfern der Opposition die Möglichkeit geben, den von Rebellen beherrschten Osten Aleppos über zwei Korridore zu verlassen. Auch für Zivilisten soll es Korridore geben.

Rebellen lehnen Feuerpause ab: "Ist eine große Lüge"

Die Rebellen lehnen die Feuerpause jedoch ab. "Die Waffenruhe ist eine große Lüge", sagte ein Sprecher der Rebellengruppe Nur al-Din al-Senki, Jasser al-Yussif, der Deutschen Presse-Agentur. "Niemand traut dem russischen und dem syrischen Regime." Die Kämpfer der Opposition hatte vor einer Woche eine neue Offensive begonnen, um die Blockade der Stadtteile im Osten Aleppos zu brechen.

Aleppo gehört im mehr als fünfjährigen syrischen Bürgerkrieg zu den umkämpftesten Gebieten. Während einer dreitägigen Waffenruhe im Oktober war es Hilfsorganisationen nicht gelungen, Verletzte und Kranke aus der Stadt zu bringen. Im blockierten Ostteil Aleppos sollen noch bis zu 300.000 Menschen leben. Dort herrscht ein akuter Mangel an Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung.