Washington/Peking. Die Präsidentenmaschine mit Richard Nixon an Bord landete am Montag, den 21. Februar 1972 um 11.30 Uhr am Zivilflughafen in Peking. Es war ein kalter, grauer Wintertag, am Flughafen hingen an diesem windstillen Tag zwei Fahnen schlapp an den Fahnenmasten: Stars-and-Stripes sowie die Rote Fahne der Volksrepublik.

An diesem Tag wurde Geschichte geschrieben, die Landung Nixons war die Krönung einer Politik der Triangulation, die Nixons nationaler Sicherheitsberater Henry Kissinger, der Hohepriester der Realpolitik, erschaffen hatte.

Kissinger war im Juni 1971 in aller Heimlichkeit nach China gereist, um den Besuch vorzubereiten, sein Ziel war die Triangulation: Eine Annäherung an (das damals noch schwache) China würde die Sowjetunion massiv unter Druck setzen, auf einen D’entente-Kurs einzuschwenken. Der Weg für die UN-Mitgliedschaft der Volksrepublik China war damit frei, Taiwan, das bis dahin China offiziell bei den Vereinten Nationen vertreten hatte, flog aus dem Gremium. Das Manöver gelang, der Ostblock war nun gespalten: Nur wenige Monate, nachdem die Bilder von Richard Nixons Begegnung mit Mao Zedong um die Welt gegangen waren, reiste Nixon im Mai 1972 zu Leonid Breschnew nach Moskau, um das Wettrüsten zu begrenzen. Die Annäherung zwischen Washington und Peking ging auf Kosten der Beziehungen zwischen China und der Sowjetunion.

Der designierte US-Präsident Donald Trump droht nun diese Politik der vergangenen Jahrzehnte umzukehren: Trump hat im Wahlkampf immer wieder mit heftiger Kritik an China Aufsehen erregt. Erst in dieser Woche hat er den scharfen China-Kritiker Peter Navarro, Professor für Ökonomie an der Paul Merage School of Business der University of California in Irvine zum Chef des Nationalen Handelsrats des Weißen Hauses gemacht - ein Posten, der eigens für den Freihandelsgegner Navarro geschaffen wurde.

Navarro ist 2011 mit dem Buch und Dokumentarfilm "Death by China - Tod durch China" aufgefallen, in seinem Buch "Crouching Tiger" beschwört Navarro die Gefahr eines Krieges zwischen den USA und China. Der 67-jährige Navarro macht das Reich der Mitte für den wirtschaftlichen Abstieg Amerikas verantwortlich, Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO im Jahr 2001 sei der Grund dafür, dass das Wirtschaftswachstum in den USA seither von durchschnittlich 3,4 Prozent in den 15 Jahren vor dem Beitritt auf durchschnittlich 1,8 Prozent seither eingebrochen ist.