Die Spitzen der US-amerikanischen Geheimdienste warnen vor der Bedrohung durch russische Hacker. Russland verfüge über ein "hoch entwickeltes, offensives Cyberprogramm", lautet die Kernaussage einer gemeinsamen Erklärung vor dem Senat in Washington. Es stelle damit eine große Bedrohung für die US-Regierung sowie "die militärische, diplomatische, kommerzielle und kritische Infrastruktur" dar. Die Autoren des Papiers sind der  Leiter der Nationalen Geheimdienste, James Clapper, NSA-Chef Michael Rogers und der für Geheimdienste zuständige Staatsekretär im Verteidigungsministerium, Marcel Lettre.

Laut der Washington Post können die Geheimdienste nun auch den Weg der von Wikileaks im US-Wahlkampf veröffentlichten Dokumente nachverfolgen.

Bei der Anhörung vor dem Verteidigungsausschuss ging es um die mutmaßlich russischen Hackerangriffe und Desinformationen während der US-Wahl. Präsident Barack Obama hatt kurz vor Jahresende Dutzende mutmaßliche russische Agenten ausgewiesen.

Die Frage, ob die "höchsten Ränge" Russlands in die Attacken eingebunden gewesen seien, beantwortete Clapper eindeutig: "Das ist das, was wir gesagt haben." Die Frage nach den "höchsten Ränge" beantwortete er mit: "Der Höchstrangige ist Präsident Putin."

Eine mögliche Manipulation der Stimmabgabe durch Russland verneinte Clapper ebenso klar.

Clapper erklärte schließlich, über die Empfehlung zur Verhängung der Sanktionen gebe es unter den amerikanischen Geheimdiensten einen Konsens.

Wikileaks im Visier

Wie die Washington Post unter Berufung auf den Bericht meldete, wollen die Geheimdienste nun auch Einzelheiten zur Verbindung der russischen Hacker mit Wikileaks wissen. Dazu gehöre der Weg des Materials, das die demokratische Kandidatin Hillary Clinton belastete.

Wikileaks-Chef Julian Assange bestreitet weiterhin, allfällige "Liebesgrüße aus Moskau".Die Enthüllungsplattform habe die geklauten E-Mails nicht von russischen Quellen habe.

Die Geheimdienstchefs sind von einer massiven Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf überzeugt. Als Belege stünden unter anderem abgehörte Telefonate zur Verfügung, berichtete der TV-Sender NBC.

Geheimdienste weisen Trumps Aussagen zurück

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Die Regierung in Russland hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Auch der künftige Präsident Donald Trump - der von den Veröffentlichungen im Wahlkampf profitierte -  ist skeptisch.

Clapper sagte zu den Aussagen Trumps er könne mit Zweifeln an den Erkenntnissen der Geheimdienste leben, nicht jedoch mit Verunglimpfung. Diese Haltung wurde bei dem Hearing von einigen republikanischen Senatoren unterstützt.