Washington/Mexiko-Stadt. Die mexikanische Regierung hat sich offen für Überlegungen in Washington gezeigt, die Kosten für den geplanten Bau einer Grenzmauer den Drogenkartellen aufzubürden. Es stelle "ohne Zweifel einen positiven Fortschritt" dar, wenn nun im Weißen Haus darüber geredet werde, die Kosten nicht dem mexikanischen Staat in Rechnung zu stellen, sagte Außenminister Luis Videgaray am Montag im TV-Sender Televisa.

"Das ist ein Signal, das man meiner Ansicht nach begrüßen sollte." Mexikos Außenminister reagierte damit auf Äußerungen des neuen Stabschefs im Weißen Haus, Reince Priebus. Dieser hatte am Sonntag in einem Fernsehinterview verschiedene Möglichkeiten genannt, wie das Milliardenprojekt an der Grenze finanziert werden könnte - neben einem Strafzoll für mexikanische Produkte erwähnte Priebus dabei auch die mexikanischen Drogenkartelle, die zur Finanzierung herangezogen werden könnten.

US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf damit geworben, den Mauerbau, mit dem er illegale Zuwanderer abwehren will, durch Mexiko finanzieren zu lassen. Sein Stabschef Priebus erläuterte in dem Interview aber nicht, wie die mächtigen Drogenkartelle zur Zahlung des Baus bewegt werden könnten.