Tokio. Nach Kritik aus der neuen US-Regierung will sich Japan Insidern zufolge mit Schützenhilfe aus Europa gegen den Vorwurf der Währungsmanipulation zur Wehr setzen. Sollte ein Gespräch des Regierungschefs Shinzo Abe mit US-Präsident Donald Trump in der kommenden Woche nicht fruchten, wolle Tokio in den internationalen Staatengruppen G7 und G20 auf gemeinsame Erklärungen drängen, dass alle die beschlossenen Regeln beachteten.

Wie ein auf Anonymität pochender Regierungsvertreter in Tokio der Nachrichtenagentur Reuters sagte, wird die US-Kritik nicht dazu führen, dass Japan "die Hände gebunden sind". Er fügte hinzu: "Japan und Europa werden weiter die Unabhängigkeit der Geldpolitik fördern."

Trumps Handelsberater Peter Navarro hat neben Japan auch China und Deutschland beschuldigt, mit Währungsabwertungen Vorteile für ihre Firmen auf dem Weltmarkt zu schaffen. Dies gehe zulasten der USA mit dem starken Dollar. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die US-Vorwürfe bereits zurückgewiesen und auf die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank von der Politik verwiesen.

Wissen einbringen bei Infrastrukturprojekten


Trotz der Abwehrhaltung Japans ist Tokio offenbar bemüht, die Rahmenbedingungen für das Treffen Abes mit Trump günstig zu gestalten. Der US-Präsident will der Wirtschaft mit massiven Investitionen in die Verkehrswege einen Extraschub verleihen und so viele Jobs schaffen. Japanischen Regierungsvertretern zufolge will das Fernostland dabei mit seiner Technologie behilflich sein: Durch Investitionen etwa in Hochgeschwindigkeitszüge oder Internet-Sicherheitssysteme könnten nach japanischen Planspielen in den USA rund 700.000 Jobs entstehen. Teile des geplanten Investitionspakets könnten demnach aus Devisenreserven des Landes finanziert werden.

"Schulter an Schulter
mit dem japanischen Volk"


In amikaler Atmosphäre verlief hingegen das Gespräch von US-Verteidigungsminister James Mattis bei Japans Regierungschef Shinzo Abe. Die USA stünden Schulter an Schulter mit dem japanischen Volk, sagte Mattis. Er verwies dabei auf die Bedrohung durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm.

Vor seiner Japan-Visite sicherte Mattis bei einem Besuch in Südkorea dem Land Unterstützung gegen das diktatorische Nordkorea zu. "Jede Attacke gegen die USA und unsere Verbündeten wird zurückgeschlagen", sagte der US-Minister. Die Vereinigten Staaten stünden "voll" zu ihrer Verpflichtung, die südkoreanische Demokratie zu verteidigen.