Stockholm. (apa/dpa) Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des Kalten Krieges hat der weltweite Waffenhandel wieder deutlich zugelegt. Nach dem jüngsten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri erreichte der Waffenexport in den vergangenen fünf Jahren sein größtes Volumen seit 1990. Zwischen 2012 und 2016 war der Rüstungstransfer demnach 8,4 Prozent höher als zwischen 2007 und 2011.

Die größten Exporteure waren laut Sipri die USA und Russland, die zusammen 56 Prozent des Marktes beherrschen, gefolgt von China, das im weltweiten Ranking Platz drei einnimmt (6,2 Prozent). Die deutschen Exporte sind in den vergangenen fünf Jahren um 36 Prozent zurückgegangen. Im Ranking liegt Deutschland mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent auf Platz fünf der Rüstungsexporteure hinter Frankreich (6 Prozent, Rang vier).

"Die USA versorgen weltweit mindestens 100 Länder mit Waffen - deutlich mehr als jeder andere Zulieferstaat", sagte Aude Fleurant, Direktorin des Sipri-Waffen- und Militärausgabenprogramms. Russland mit seinem Anteil von 23 Prozent am Export belieferte hauptsächlich Indien, Vietnam, China und Algerien. Der größte Importeur von Waffen war dem Bericht zufolge Indien mit 13 Prozent der globalen Summe.

Aufrüstung im Nahen Osten


Doch auch Staaten im Nahen Osten haben in den vergangenen zehn Jahren kräftig aufgerüstet. Saudi-Arabien war zwischen 2012 und 2016 der zweitgrößte Waffenimporteur mit einem Anstieg von 212 Prozent gegenüber der Periode 2007 bis 2011.

"Trotz des niedrigen Ölpreises haben die Länder in der Region im Jahr 2016 weitere Waffen bestellt, die sie als entscheidende Instrumente für den Umgang mit Konflikten und regionalen Spannungen sehen", sagte Pieter Wezemann.