Damaskus.(apa/dpa) Zum Auftakt der neuen Syrien-Friedensgespräche in Genf ist UN-Vermittler Staffan de Mistura getrennt mit Vertretern der Regierung und der Opposition zusammengetroffen. Der Diplomat empfing am Donnerstagvormittag zunächst den Leiter der Regierungsdelegation, Syriens UN-Botschafter Bashar al-Jafari. Später kam eine kleine Delegation der Opposition ins UN-Gebäude.

Es sind die ersten Verhandlungen in Genf seit dem Scheitern der letzten Friedensgespräche vor zehn Monaten. Sie sollen eine politische Lösung für den fast sechsjährigen Bürgerkrieg suchen. Nach Angaben der Opposition ging es bei den ersten Treffen um ein Arbeitsprogramm für die Verhandlungen. De Mistura will mit beiden Seiten über eine Übergangsregierung, eine neue Verfassung und freie Wahlen sprechen. Unklar ist bisher, ob und wann es direkte Gespräche geben wird. Die Opposition fordert, diese schnell aufzunehmen.

De Mistura hatte die Erwartungen vor Beginn der Gespräche gedämpft. Er erwarte keinen schnellen Durchbruch, sagte er in Genf. Alle bisherigen Verhandlungen über einen Frieden für Syrien sind angesichts der verhärteten Fronten gescheitert. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Frühjahr 2011 sind in Syrien nach UN-Angaben mindestens 400.000 Menschen getötet worden.

Angesichts von zehn Millionen leidenden Kindern in Syrien rief das UN-Kinderhilfswerk Unicef die Teilnehmer der neuen Friedensgespräche in Genf dringend zur Einigung auf. "Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien und die, die Einfluss auf sie haben, müssen sich mit extremem Hochdruck dafür einsetzen, dass die Waffen für immer schweigen", sagte der Unicef-Regionaldirektor Geert Cappelaere. Zwei Millionen Kinder bekämen in Syrien keine dringend nötige Hilfe, sagte Cappelaere.