Washington. Diplomatische Vertretungen der USA sollen laut einer Anweisung von Außenminister Rex Tillerson Personen ausmachen, die bei Visa-Anträgen genauer geprüft werden. Der Nachrichtenagentur Reuters liegen mehrere interne Dokumente vor, die meisten aus der ersten März-Hälfte. Darin ist auch von einer "verpflichtenden Überprüfung der Social-Media-Profile" von Antragstellern die Rede, die sich in vom IS kontrollierten Gebieten aufgehalten haben.

Kritiker fürchten, dass Personen nur aufgrund ihrer Nationalität oder Religion die Einreise verwehrt werden könnte. Die meisten Vertretungen hätten bereits bestimmte Bevölkerungsteile im Visier, wenn es um Betrug oder Sicherheitsbedenken gehe, so der auf Einwanderungsfälle spezialisierte US-Anwalt Jay Gairson.

Den Anweisungen zufolge soll jede Vertretung Arbeitsgruppen von Polizei- und Geheimdienstmitarbeitern bilden, die "eine Liste von Kriterien erarbeiten, um die Bevölkerungsteile zu erfassen, bei denen eine verstärkte Prüfung angebracht ist". Aus US-Kreisen verlautete, je nach Land würden damit unterschiedliche Menschengruppen betroffen sein.

Unklar war, wie sehr sich die neuen Anweisungen von denen früherer Regierungen unterscheiden, weil derartige Dokumente normalerweise nicht in die Öffentlichkeit gelangen.