Hongkong. Zwei Flüchtlingsfamilien, die den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden auf seiner Flucht in Hongkong versteckt hatten, droht die Abschiebung. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone wiesen ihre Aufnahmeanträge zurück, wie der Anwalt der Familien aus Sri Lanka und den Philippinen, der die Entscheidung als "unangemessen" kritisierte, mitteilte.

Nach eigenen Angaben wurden die Flüchtlinge von den Hongkonger Behörden zu ihren Kontakten zu Snowden befragt. Snowden hatte sich in Hongkong zunächst in einem Hotelzimmer versteckt. Aus Furcht vor Entdeckung war er dann jedoch untergetaucht und für zwei Wochen von den beiden Flüchtlingsfamilien aufgenommen worden. Später strandete er auf der Flucht auf einem Moskauer Flughafen. Er lebt seitdem in Russland im Exil.

Die Geschichte der Flüchtlinge, ein Paar aus Sri Lanka mit zwei kleinen Kindern und eine philippinische Frau mit einer Tochter, war erst später bekannt geworden. Sie wurden nach eigenen Angaben in ihren Heimatländern verfolgt und gefoltert und wollen deshalb nicht zurück. Die Anwälte der "Snowden-Flüchtlinge" haben bereits im März Asylanträge in Kanada eingereicht. Sie forderten die kanadische Regierung am Montag auf, die Verfahren zu beschleunigen.