Lissabon. Demokratie und demokratische Legitimität seien mehr den je in Gefahr, meinte der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden im Rahmen einer Konferenz in Estoril. Ursache seien Politiker wie etwa US-Präsident Donald Trump, die ihre Attacken gegen "Fake News" und die freie Meinungsäußerung reiten würden. Autokratie würde zu Illegitimität führen, so Snowden, ein derartiges Szenario sei gar nicht so fern.

Snowden nahm an der Konferenz in Portugal via Fernschaltung aus Moskau teil, wo er im Exil lebt. Er wird von den USA wegen Spionage gesucht, seitdem er 2013 geheime Überwachungsprogramme der US-Geheimdienste öffentlich gemacht hat. Menschenrechtsaktivisten feiern ihn als Helden.

Laut Snowden befindet sich die Welt derzeit an einer historischen Wegscheide. Die Bahn, die derzeit eingeschlagen werde, sei mit Angst geteert und führe in eine Welt voll von Mauern. Snowden sieht enorme Gefahren in der Überwachung der Bürger durch Regierungen und der Diffamierung von Medien als "Fake News" und der Verfolgung jener, die die Wahrheit aussprechen würden. Diese Regierungen seien zwar imstande zu regieren, sie könnten aber niemals einen legitimen Führungsanspruch stellen.

Laut Snowden sind es nicht militante Kräfte, die die größte Gefahr für den Westen darstellten, sondern der Verlust grundlegender Rechte. Denn Terroristen, so schrecklich sie auch wären, seien nicht in der Lage, diese Freiheiten zu zerstören.