Peking. Maschinengewehrsalven, Granateinschläge, Feuer, Explosionen und jede Menge Action: Der Blockbuster "Operation Red Sea", der pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest anlief, zeigt, wie chinesische Elite-Einheiten der Marine Geiseln befreien. "Die Starken sind unbesiegbar", heißt es im Film in einer Szene, in einer anderen: "Die chinesische Marine wird sie heimbringen." Der Action-Film ist in China ein Riesen-Erfolg und die Parteizeitung "Renmin Ribao" (englische Ausgabe: "People’s Daily") freut sich. "China hat sich in aller Welt einen Ruf als verantwortungsvoller Akteur auf der Weltbühne erarbeitet - etwa mit den Eskorten von Frachtschiffen am Golf von Aden und den Evakuierungsmissionen von Bürgern Chinas aus dem Jemen." Der Film sei ein "Porträt der Mission der chinesischen Armee, den Weltfrieden zu schützen."

Das US-Branchenblatt der Filmindustrie "Variety" urteilt freilich, der Film sei "Kriegspropaganda, die als Anti-Kriegsfilm daherkommt", "ein patriotischer Film, der so in der pulverisierenden Gewalt versinkt, dass der Patriotismus wie nachträglich hinzugefügt daherkommt".

Der Film ist jedenfalls ein weiteres Symbol des gestiegenen Selbstbewusstseins des Reichs der Mitte. Und er ist zugleich ein weiterer Beweis der zunehmenden Professionalisierung des chinesischen Militärs, immerhin hat die chinesische Marine die Produktion des Films unterstützt. Und der Ausbau des chinesischen Militärs wird von der Führung in Peking weiter vorangetrieben. China steigert seine Militärausgaben in diesem Jahr kräftig um 8,1 Prozent. Mit der Aufrüstung wird der Verteidigungshaushalt schneller als die chinesische Wirtschaft wachsen.

Angesichts der "großen Veränderungen im nationalen Sicherheitsumfeld" müssten die Streitkräfte gestärkt werden, sagte Ministerpräsident Li Keqiang in seinem Rechenschaftsbericht zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses am Montag in Peking. Das "militärische Training und die Bereitschaft für einen Krieg" müssten verbessert werden, sagte der Premier vor den knapp 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes. Ziel sei es, "die nationale Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsinteressen entschlossen zu schützen". Der Zuwachs des offiziellen Militäretats um 8,1 Prozent auf 1,1 Billionen Yuan (heute 128 Milliarden Euro) ist höher als im Vorjahr mit 7,6 Prozent.