Am 27. Juli 1953 wurde in Panmunjom der Waffenstillstand unterzeichnet. - © Getty/Ed Vebell
Am 27. Juli 1953 wurde in Panmunjom der Waffenstillstand unterzeichnet. - © Getty/Ed Vebell

Panmunjom/Wien. "Das Verteidigungsministerium hat mich darüber informiert, dass zwischen vier und fünf Uhr früh nordkoreanische kommunistische Kräfte grundlose und widerrechtliche Attacken gegen unsere Verteidigungspositionen gestartet haben." So lautete das Kommuniqué des südkoreanischen Außenministers Ben C. Limb vom 25. Juni 1950, in dem er die Welt vom Ausbruch des Koreakrieges informierte.

Der Angriff traf die Südkoreaner damals völlig unvorbereitet, in der "New York Times" erschien am 26. Juni ein Artikel unter dem Titel "Streit in der Hauptstadt", der Kritik an den Geheimdiensten übte: Diese wären vom Vorgehen der Nordkoreaner überrascht worden.

Doch die internationale Gemeinschaft reagierte prompt: Der UN-Weltsicherheitsrat verabschiedete eine Resolution, wonach eine UN-Streitmacht aufseiten Südkoreas intervenieren sollte. Die Sowjetunion legte nicht einmal ein Veto gegen diesen Beschluss ein - die UdSSR boykottierte damals den Sicherheitsrat. Und für China saß damals noch Chiang Kai-sheks Leute aus Taiwan in New York.

1,5 Millionen Süd- und 2,5 Millionen Nordkoreaner verloren im Korea-Krieg 1950-1953 ihr Leben. - © Getty/Historical
1,5 Millionen Süd- und 2,5 Millionen Nordkoreaner verloren im Korea-Krieg 1950-1953 ihr Leben. - © Getty/Historical
Wiener Zeitung vom 28.Juli 1953
Wiener Zeitung vom 28.Juli 1953

Anfangs lief es militärisch für Kim Il Sungs Truppen ganz gut, die Nordkoreaner hatten bis Anfang August neunzig Prozent des Südens erobert. Doch als die USA am 15. September 1950 in Incheon, unmittelbar südlich des 38. Breitengrads, unter der Führung von US-General Douglas MacArthur eine große Streitmacht anlandeten ("Operation Chromite") und einen großen Teil der nordkoreanischen Armee im Süden abschnitten, stand Nordkoreas Machthaber Kim Il Sung plötzlich unter erheblichem militärischen Druck.

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Im Jahr 2007 trafen der Südkoreaner Roh Moo-hyun und Kim zusammen. - © Xinhua/Action Press/picturedesk
Im Jahr 2007 trafen der Südkoreaner Roh Moo-hyun und Kim zusammen. - © Xinhua/Action Press/picturedesk

Er kabelte am 29. September einen Notruf an den sowjetischen Diktator Josef Stalin, in dem er um Hilfe bat - Stalin reichte jedoch den Ball an den Vorsitzenden der Zentralen Volksregierung von China, Mao Zedong weiter und forderte ihn auf, dass China nun intervenieren müsse. Was Chinas Armee am 25. Oktober auch tat. Nun gerieten die UN-Truppen unter der Führung der Amerikaner wieder schnell in die Defensive, und der Krieg fraß sich in einem Patt zwischen beiden Seiten fest.

Im Jahr 2006 testete Nordkorea erstmals eine Atomwaffe. - © ap/HOGP
Im Jahr 2006 testete Nordkorea erstmals eine Atomwaffe. - © ap/HOGP

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Dwight D. Eisenhower hatte in seinem Wahlkampf 1952 versprochen, er würde "nach Korea gehen", und ließ gleich nach seinem Amtsantritt Peking und Moskau wissen, dass er bereit war, den Krieg auszuweiten.

Als Stalin im März 1953 starb, verkomplizierte sich die Lage für Mao und Kim Il Sung. Stalin-Nachfolger Nikita Chruschtschow hielt wenig von der bisherigen Konfrontationspolitik der UdSSR. Und als im Mai US-Außenminister John Foster Dulles indirekt mit einem Nuklearkrieg in Korea drohte, wurde China und Nordkorea klar, dass es an der Zeit war, den Konflikt zu beenden.