Berlin/Washington. Die drohende Erhöhung von Einfuhrzöllen in die USA bereitet den deutschen Autobauern Sorge. Der Branchenverband VDA forderte, höhere Zollschranken am zweitwichtigsten Markt von Volkswagen, Daimler und BMW nach China zu vermeiden.

Auf Geheiß von US-Präsident Donald Trump soll das US-Handelsministerium prüfen, ob Auto-Einfuhren die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohten. Die Importe der USA an Autos und Autoteilen beliefen sich laut Ifo-Insitut im Jahr 2017 auf 360 Milliarden Dollar.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" könnte der Aufschlag auf Autos, Lkw und Autoteile bis zu 25 Prozent betragen. Bisher beträgt die Einfuhrabgabe in die USA nur drei Prozent, während die EU für Wagen aus den USA zehn Prozent aufschlägt.

"Kein Land hätte höhere absolute Verluste durch einen solchen Zoll zu befürchten als Deutschland", sagt Ifo-Außenhandelsexperte Gabriel Felbermayr. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt würde um etwa fünf Milliarden Euro niedriger liegen als ohne neue Handelsschranken.

Auch US-Autobauer betroffen


Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer erklärte, ein genereller Importzoll würde angesichts eines Einfuhranteils von gut einem Drittel der zuletzt 17,2 Millionen Fahrzeugen Jahresabsatz die Autokonjunktur in den USA abwürgen. Nicht nur die deutschen und japanischen, auch die amerikanischen Hersteller würde das treffen, da sie am Heimatmarkt mehr Autos verkaufen als dort bauen.

Als Gegenstück zu Trumps Abschottungspolitik erklärten Deutschland und China nun beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Peking, beide Länder wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter ausbauen. China sagte Merkel die weitere Öffnung der Wirtschaft zu. Die chinesischen Sicherheitsbehörden haben jedoch den bekannten Bürgerrechtler Hu Jia unter Hausarrest gestellt, wohl, um ein mögliches Treffen mit Merkel zu verhindern.