Singapur. Das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist nach etwas mehr als acht Stunden vorbei. Nach Kim verließ am Dienstagnachmittag (Ortszeit) auch Trump das Hotel "Capella" auf der Insel Sentosa, wo der erste Gipfel in der Geschichte beider Nationen stattgefunden hatte.

Zuvor hatte sich Trump in einer ungewöhnlich langen Pressekonferenz mehr als eine Stunde lang den Fragen von Journalisten gestellt. Kim gab über einige Sätze bei der Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung keine weitere Stellungnahme ab.

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Trump wollte sich gegen 19 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ) auf den Heimflug in die USA machen. Die Abflugzeit des nordkoreanischen Machthabers war offiziell nicht bekannt. Insidern zufolge sollte er gegen 21 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) aus Singapur abreisen.

Unklare Absichten für Südkorea

Südkoreas Präsident Moon Jae-in lobte den Mut und die Entschlossenheit von Kim und Trump. Man werde die dunklen Zeiten des Krieges für immer hinter sich lassen, erklärte Moon am Dienstag.

Zum vom US-Präsidenten angekündigten Stopp der US-Militärmanöver hieß es von südkoreanischer Seite, man müsse ergründen, was Trumps Absichten seien. Die Streitkräfte der beiden Verbündeten trainieren bisher regelmäßig gemeinsam.

Zusage Kims, militärisches Trestgelände zu schließen

Kim habe ihm zugesagt, ein militärisches Testgelände zu schließen, sagte Trump. Nordkorea werde ein "großes" Raketentestgelände zerstören, sagte Trump. Einzelheiten nannte er allerdings nicht. Vor dem Gipfel hatte Nordkorea in einem als Zeichen des guten Willens dargestellten Schritt bereits sein Atomtestgelände Punggye Ri unbrauchbar gemacht.

Trump sagte, er habe mit Kim auch über die Menschenrechtslage in Nordkorea gesprochen. Er habe das Thema "mit Nachdruck" angesprochen, sagte der US-Präsident. "Wir werden uns darum kümmern", fügte er hinzu. Das Menschenrechtsklima in Nordkorea sei "rau" - wie "übrigens" an vielen anderen Orten auch.

An den Sanktionen gegen Nordkorea werde er vorerst festhalten, kündigte Trump an. "Die Sanktionen werden aufgehoben, wenn wir sicher sind, dass die Atombomben keine Größe mehr sind", sagte Trump wörtlich. Er hoffe darauf, dass dies schon "bald" der Fall sein werde. Er "freue" sich sogar schon darauf, die Sanktionen "zu einem bestimmten Zeitpunkt" aufzuheben.