Islamabad. Der Sieger der pakistanischen Parlamentswahl, Cricket-Legende Imran Khan, hat nach offiziellen Ergebnissen keine absolute Mehrheit erreicht. Seine Partei kommt auf 116 Mandate in der 272 Sitze umfassenden Volksvertretung, wie die Wahlkommission am Samstag mitteilte.

Es wird erwartet, dass Khan noch im Laufe des Tages Koalitionsverhandlungen mit kleineren Parteien aufnimmt. Ein Zusammengehen mit den beiden anderen großen Parteien, darunter der des inhaftierten Ex-Ministerpräsidenten Nawaz Sharif, lehnt er mit der Begründung ab, diese seien korrupt.

Der Urnengang litt unter langen Verzögerungen bei der Auszählung sowie unter Klagen über Wahlbetrug. Vor allem Anhänger Sharifs sprachen von einem Angriff auf die Demokratie. Khan sicherte zu, die Betrugsvorwürfe untersuchen zu lassen. Die EU und die USA hatten bereits vor der Wahl eine mangelnde Chancengleichheit beklagt. Sollte Khan die Regierung bilden, warten große wirtschaftliche Probleme auf ihn. Die Atommacht Pakistan braucht wahrscheinlich die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF).