Beirut. Hunderte syrische Flüchtlinge sind am Samstag aus dem Libanon in ihre Heimat zurückgekehrt. Das staatliche syrische Fernsehen berichtete, rund 1200 Menschen würden in einem Buskonvoi über die Grenze gebracht. Auch der libanesische Fernsehsender Al-Jadid zeigte Aufnahmen von den Bussen an der Grenze, die die Syrer in nicht mehr umkämpfte Gebiete bringen sollen.

Die libanesischen Sicherheitskräfte erklärten, in Kürze würden Hunderttausende Syrer in ihr Land zurückkehren. Die Regierungen der beiden Nachbarstaaten hatten sich auf die Rückkehr der vor dem Bürgerkrieg geflohenen Menschen verständigt. Es gab bereits mehrere Konvois nach Syrien.

Die UNO warnt

Die UNO sieht die Transporte kritisch und argumentiert, die Bedingungen für eine Rückkehr in ein Land, in dem nach sieben Jahren noch immer gekämpft wird, seien noch nicht alle erfüllt. In dem Konflikt wurden schätzungsweise eine halbe Million Menschen getötet, 5,6 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, 6,6 Millionen wurden innerhalb des Landes durch die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen vertrieben. Allein der Libanon hat nach eigenen Angaben 1,5 Million Flüchtlinge aufgenommen, gut ein Viertel seiner Bevölkerung. Viele Syrer sind in die Türkei und nach Jordanien geflohen oder sind in die EU gekommen.

Das Verteidigungsministerium in Russland hat nach Beratungen mit der libanesischen Führung vor wenigen Tagen erklärt, rund 1,7 Millionen Syrer könnten in naher Zukunft aus dem Ausland zurückkehren.