Bogotá. In Kolumbien ist der im Juni gewählte rechtsgerichtete Politiker Iván Duque als neuer Präsident ins Amt eingeführt worden. In seiner Antrittsrede bekräftigte er am Dienstag (Ortszeit), "Korrekturen" am Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen vornehmen zu wollen, und deutete eine harte Linie gegenüber dem Nachbarland Venezuela an.

Zuvor hatte Duque bei einer öffentlichen Zeremonie in Bogotá den Amtseid geleistet.

Er wolle Schritte unternehmen, um "strukturelle Fehler" am Friedensvertrag zu beheben, sagte der 42-jährige Duque bei seiner Vereidigung im Beisein mehrerer ausländischer Staatschefs, darunter Mexikos scheidender Präsident Enrique Peña Nieto und Ecuadors Staatschef Lenin Moreno.

Duque kündigte "korrigierende Maßnahmen" an dem Abkommen an, um den Opfern "die Wahrheit, angemessene Gerechtigkeit, Entschädigungen und keine Wiederholungen" der Vergangenheit zu ermöglichen. Konkrete Details zu seinen Plänen nannte er nicht.

Duque hatte bereits im Wahlkampf deutlich gemacht, dass die linken Farc-Rebellen seiner Auffassung nach zu milde davongekommen sind. Die Farc hatte ein halbes Jahrhundert lang gegen die Regierung in Bogotá gekämpft, mehr als 260.000 Menschen wurden getötet.

Vertreter der politischen Linken protestierten bei der Vereidigung Duques. Sie forderten Gerechtigkeit für die mehr als 330 Menschenrechtsaktivisten, die seit dem Ende 2016 geschlossenen Friedensvertrag mit der Farc ermordet wurden.

Eine weitere Herausforderung für Duque dürfte die Beziehung zum Nachbarland Venezuela werden. Duque gilt als besonders scharfer Kritiker des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Letzterer hatte am Wochenende unter anderem Duques Vorgänger Juan Manuel Santos für einen mutmaßlichen Attentatsversuch verantwortlich gemacht.