Moskau. Der Kreml hat die neuen Wirtschaftssanktionen der USA wegen des Giftanschlags auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal scharf kritisiert. "Russland hatte und hat damit nichts zu tun", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Die russische Führung versuche zunächst herauszufinden, um welche Strafmaßnahmen es genau gehe.

Auswirkungen der Ankündigung an Börse spürbar

Vorher lasse sich auch nicht über Gegenmaßnahmen reden, sagte Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. An der Moskauer Börse schickte aber allein die Aussicht auf neue US-Sanktionen die Kurse großer Staatsunternehmen in den Keller. So gab die Aktie der Fluggesellschaft Aeroflot um 12 Prozent nach. Stark betroffen waren auch die Großbanken Sberbank und VTB. Washington sei und bleibe ein unzuverlässiges Gegenüber in der internationalen Politik, sagte Peskow. Der Kremlsprecher nannte die Sanktionen einen Verstoß gegen internationales Recht.

Ab dem 22. August

Die US-Regierung hatte am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland wegen des Anschlags angekündigt. Die USA seien sicher, dass Russland bei dem Anschlag auf Skripal in Großbritannien Nervengift eingesetzt habe, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Damit habe Russland gegen das Völkerrecht verstoßen. Die Sanktionen würden um den 22. August herum in Kraft treten. Einzelheiten zu den Strafmaßnahmen wurden nicht genannt. Es handle sich aber um Sanktionen, die sensible Güter der nationalen Sicherheit beträfen, hieß es im Außenministerium in Washington.

Großbritannien hatte nach den Anschlag auf die Skripals erklärt, es gebe keine andere plausible Erklärung als die Täterschaft Russlands und wies mehrere russische Diplomaten aus. Viele Staaten schlossen sich dem an, Österreich beteiligte sich nicht. Beweise legte die britische Regierung bisher nicht vor. Russland bestreitet, etwas mit dem Anschlag zu tun zu haben.