Mehr als drei Monate nach der Parlamentswahl im Irak zeichnet sich eine neue Regierung für das Krisenland ab.  - © APAweb / AFP, Sabah Arar
Mehr als drei Monate nach der Parlamentswahl im Irak zeichnet sich eine neue Regierung für das Krisenland ab.  - © APAweb / AFP, Sabah Arar

Bagdad. Mehr als drei Monate nach der Parlamentswahl zeichnet sich eine neue Regierung für das Krisenland Irak ab. Der Wahlsieger - der schiitische Geistliche Muktada al-Sadr - und Ministerpräsident Haidar al-Abadi hätten sich mit anderen Listen zum größten Block im Parlament zusammengeschlossen, meldete die staatliche irakische Nachrichtenagentur am Sonntagabend.

Dem Block gehören 177 Abgeordnete an, wie ein Berater Abadis mitteilte. Das sind mehr als die Hälfte der bei der Parlamentswahl im Mai gewählten 329 Abgeordneten.

Kurdische Parteien gehören der Allianz nicht an

Der vom Westen unterstützte scheidende Regierungschef Abadi, dessen Liste bei der Wahl mit 42 Sitzen nur drittstärkste Kraft wurde, könnte seinen Posten damit behalten. Kurdische Parteien gehören der Allianz nicht an.

Das Parlament kommt am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei müssen der Parlamentspräsident - in der Regel ein Sunnit - sowie zwei Stellvertreter gewählt werden. Anschließend haben die Abgeordneten 30 Tage Zeit, um einen neuen Staatspräsidenten zu wählen, bei dem es sich traditionell um einen Kurden handelt. Der neue Präsident hat dann 15 Tage Zeit, um den größten Block im Parlament mit der Regierungsbildung zu beauftragen.