Ein Tanz mit Konsequenzen: der Besuch des russischen Präsidenten Putin bei der Hochzeit von Außenministerin Kneissl hat dem Ruf Österreichs geschadet. - © APA/ROLAND SCHLAGER/APA-POOL
Ein Tanz mit Konsequenzen: der Besuch des russischen Präsidenten Putin bei der Hochzeit von Außenministerin Kneissl hat dem Ruf Österreichs geschadet. - © APA/ROLAND SCHLAGER/APA-POOL

Kiew/Wien. Die Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) war dem Ansehen Österreichs in der Ukraine nicht gerade dienlich: "Meine Gespräche in der Ukraine zeigen: diese Hochzeit hat dem Ansehen Österreichs in der Ukraine sehr geschadet", erklärte der ukrainische Botschafter Olexander Scherba am Montag.

"Mir als Botschafter tut es aufrichtig leid", ergänzte er im Vorfeld des Besuchs von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Kiew. Auf die Frage, ob er Österreich als Brückenbauer erachte, antwortete Scherba: "Wir wollen Österreich als Brückenbauer sehen."

Beziehung zwischen Österreich und der Ukraine: "Mal schauen"

Die Beziehungen zwischen Österreich und der Ukraine beschrieb der Diplomat so: "Wir sind Freunde und Partner, verbunden durch gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart - hoffentlich auch durch gemeinsame Zukunft als Teil des gemeinsamen europäischen Raums, mit gemeinsamen Zielen und Werten." Bis August 2018 habe es "eindeutig" keine Veränderung in den Beziehungen gegeben. "Nach August - müssen wir erstmal schauen", sagte Scherba in Anspielung auf die Hochzeit, die am 18. August stattfand.

Die FPÖ werde in der Ukraine als "pro-russische Partei" wahrgenommen. "Man denkt dabei nicht nur an die Hochzeit, sondern auch an den Kooperationsvertrag mit Putins Partei 'Einiges Russland'. Aus unserer Sicht kann man nicht zur gleichen Zeit pro-russisch und neutral bleiben. Da scheint ein Widerspruch zu stecken", betonte Scherba.

Die Frage, ob der Besuch des Kanzlers mit der Hochzeit Kneissls zu tun hat, beantwortete der Botschafter diplomatisch: "Man muss die Seite fragen, die diesen Besuch initiiert hat." Diplomatisch war auch die Antwort auf die Frage, ob die von der FPÖ nominierte parteifreie Außenministerin derzeit in Kiew willkommen wäre? Scherba: "Sollte sie (Kneissl, Anm.) Interesse an so einem Besuch zeigen, würden wir es respektvoll in Erwägung ziehen."