Teheran. In Teheran hat vor einer geplanten Offensive der syrischen Regierung auf die Rebellenhochburg Idlib ein Dreiergipfel von Russland, der Türkei und dem Iran begonnen. Die Präsidenten Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan und Hassan Rouhani werden nicht zuletzt über Konsequenzen einer solchen Offensive und mögliche Alternativen beraten. Die syrische Armee will Idlib von den Rebellen zurückerobern.

Etwa drei Millionen Zivilisten, darunter viele Kinder, leben in dem Gebiet. Russland und der Iran sind für einen Angriff, die Türkei ist dagegen. Die UNO, die USA und europäische Staaten warnen vor einem Blutbad und massiven Flüchtlingswellen, sollte Syrien den Plan durchziehen.

Im Vorfeld gab es Einzelgespräche

Kurz zuvor hatte der türkische Präsident Erdogan jeweils Einzelgespräche mit dem Gastgeber Rouhani und Kremlchef Putin geführt. Erdogan war mit einer hochrangigen Delegation angereist, darunter Verteidigungsminister Hulusi Akar, Außenminister Mevlüt Cavusoglu, Finanzminister und Schwiegersohn Berat Albayrak sowie Geheimdienstchef Hakan Fidan.

Bei dem Treffen von Putin und Erdogan waren nach Angaben russischer Agenturen auch Außenminister Sergej Lawrow, Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Putins Berater Juri Uschakow anwesend. Über Details der Gespräche wurde zunächst nichts bekannt.

Die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Hayat Tahrir al-Sham, der früheren Al-Nusra-Front. Moskau und Teheran sind der Meinung, dass ohne einen Angriff auf die Terrorgruppen in Idlib der Friedensprozess und ein Wiederaufbau Syriens nicht möglich sind.

Beobachter in Teheran spekulieren, dass Putin und Erdogan einen Kompromiss schließen könnten. Der Iran werde dabei keine große Rolle spielen. Die arabische Tageszeitung "Al-Hayat" meldete unter Berufung auf syrische Oppositionskreise, dass Russland und die Türkei bereits eine Einigung zu Idlib gefunden hätten. Demnach soll die Türkei die Aufgabe übernehmen, Terrororganisationen in Idlib zu bekämpfen und dafür ausreichend Zeit bekommen.