Der Boden eines, durch die lang anhaltende Hitze, ausgetrockneten Flussbetts in Salzburg. - © APAweb / Gindl Barbara
Der Boden eines, durch die lang anhaltende Hitze, ausgetrockneten Flussbetts in Salzburg. - © APAweb / Gindl Barbara

Incheon. Eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau ist nur noch erreichbar durch "schnelles und weitreichendes" Handeln. Dies ist eine der Kernaussagen eines Sonderberichts des Weltklimarats IPCC, der am Montag im südkoreanischen Incheon veröffentlicht wurde.

Das Erreichen genau dieses 1,5-Grad-Ziels ist demnach erforderlich, um schwerwiegende Folgen für das Leben auf der Erde noch zu vermeiden. Der globale Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) müsste demnach von 2010 bis 2030 um 45 Prozent fallen und im Jahr 2050 Null erreichen.

Extremwetter, steigende Meeresspiegel, schwindendes arktisches Meereis

EU-Treibhausgas-Reduktionsziele in ausgewählten EU-Ländern, im Vergleich mit der IPCC-Prognose. - © APAweb
EU-Treibhausgas-Reduktionsziele in ausgewählten EU-Ländern, im Vergleich mit der IPCC-Prognose. - © APAweb

"Eine der Kernaussagen des Berichts ist: Wir sehen derzeit bereits die Konsequenzen von einem Grad Erderwärmung wie mehr Extremwetter, steigende Meeresspiegel, schwindendes arktisches Meereis und andere Veränderungen", sagte der Co-Vorsitzende einer IPCC-Arbeitsgruppe, Panmao Zhai.

Im Klimaabkommen von Paris hatten sich die Länder Ende 2015 darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Letzteres hatten vor allem die kleinen Inselstaaten gefordert. Der Sonderbericht des IPCC ist auch Grundlage für die Weltklimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz.

Auswirkungen der Erwärmung schlimmer als gedacht

Während jedoch früher davon ausgegangen wurde, dass bei einer Erwärmung um zwei Grad die Folgen der Erderwärmung noch halbwegs kontrollierbar sein dürften, äußern die Wissenschaftler daran nun deutliche Zweifel und drängen daher auf entschiedeneres Handeln. "Jede weitere Erwärmung, besonders über 1,5 Grad hinaus, vergrößert die Gefahr langanhaltender oder nicht mehr umkehrbarer Veränderungen so wie dem Verlust von Öko-Systemen", erklärte dazu der Ko-Vorsitzende der Arbeitsgruppe II des IPCC, der Kieler Klimaforscher Hans-Otto Pörtner.

Die Kosten für das notwendige Umsteuern wären der Zusammenfassung des 400-Seiten-Berichts, an dem 91 Autoren aus 40 Staaten beteiligt waren, zufolge mit schätzungsweise 2,1 Billionen Euro weltweit allein im Energiesektor erheblich. Ohne dieses Umsteuern - auch in weiteren Sektoren wie Verkehr und Landwirtschaft - wäre aber mit weit höheren Kosten zu rechnen.

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