• vom 09.11.2018, 10:07 Uhr

Weltchronik

Update: 09.11.2018, 18:41 Uhr

Australien

IS-Miliz reklamiert tödlichen Angriff in Melbourne für sich




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Von WZ Online, APA, dpa, AFP

  • In der Innenstadt der australischen Metropole wurden mindestens zwei Menschen getötet. Der Täter ist tot.

Die sonst so belebte Einkaufsstraße wurde weiträumig abgesperrt. - © APAweb / AFP, William West

Die sonst so belebte Einkaufsstraße wurde weiträumig abgesperrt. © APAweb / AFP, William West

Melbourne. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den tödlichen Messerangriff in Melbourne für sich reklamiert. In einer am Freitag von dem IS-Propaganda-Sprachrohr AMAQ verbreiteten Erklärung hieß es, der Täter sei ein IS-Kämpfer gewesen und habe auf Staatsbürger der gegen den IS kämpfenden Länder gezielt.

Ein Toter und zwei Verletzte, auch der Täter starb

Bei dem mutmaßlichen Terrorangriff in der Innenstadt der australischen Millionen-Metropole Melbourne sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei ging ein Mann kurz nach Büroschluss am Freitagnachmittag mit einem Messer auf Passanten und dann auch auf Polizisten los. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.


Der mutmaßliche Täter war der Polizei bekannt

Die Tat geht nach Angaben von Polizeichef Graham Ashton vermutlich auf das Konto eines Mannes, der bereits in den 1990er-Jahren aus Somalia eingewandert war. Der mutmaßliche Täter sei der Polizei bekannt. "Wir behandeln dies als terroristischen Zwischenfall", sagte er. Nach Medienberichten soll der Angreifer Kontakte in die islamistische Szene gehabt haben. Anfangs hatte die Polizei noch erklärt, dass es keine Hinweise auf eine terroristische Verbindung gebe.

Die Tat ereignete sich in einem Einkaufsviertel mitten im Stadtzentrum, in dem zahlreiche Passanten unterwegs waren. Der Angriff auf der belebten Bourke Street wurde von mehreren Augenzeugen auf Handy-Videos gefilmt. Zu sehen ist, wie ein Mann in der Nähe eines brennenden Autos mit einem Messer auf mehrere Beamte in Uniform losgeht. Erst nach einiger Zeit wird er durch einen Schuss niedergestreckt.

Die Tatwaffe war ein Küchenmesser

Zur genauen Identität des Angreifers äußerte sich die Polizei zunächst nicht. Ashton sagte: "Er ist polizeibekannt. Hauptsächlich durch Verwandte, die für uns von Interesse sind." Bei einem der Getöteten handelt es sich nach Augenzeugenberichten um einen etwa 60 Jahre alten Mann. Von der Polizei gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Bei der Tatwaffe soll es sich um ein Küchenmesser gehandelt haben.

Der Täter war vermutlich mit einem Auto in die Straße gefahren, obwohl dies eigentlich verboten ist. Der Wagen geriet dann vor einem Geschäft in Flammen. Augenzeuge Markel Villasin berichtete, dass die Polizei "gut zwei oder drei Minuten" versucht habe, den um sich stechenden Mann außer Gefecht zu setzen. "Viele Leute haben geschrien: "Erschießt ihn einfach, erschießt ihn."" Die Polizei versuchte zunächst aber, ihn zu überwältigen.

In derselben Straße war 2017 ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast. Damals kamen sechs Menschen ums Leben. Der mutmaßliche Täter von damals steht inzwischen vor Gericht. Die Verteidigung behauptet, dass er durch Drogenmissbrauch an einer Psychose litt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-09 10:09:18
Letzte Änderung am 2018-11-09 18:41:55


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