• vom 12.12.2017, 17:41 Uhr

Weltchronik


Trump

Trump greift nach dem Mond




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Von WZ-Korrespondent John Dyer

  • Der US-Präsident hat die amerikanische Weltraumbehörde Nasa angewiesen,
  • wieder Menschen auf den Mond und später auf den Mars zu senden.

Trump unterzeichnet, von US-Astronauten umgeben, die Direktive zur Zukunft der Raumforschung.

Trump unterzeichnet, von US-Astronauten umgeben, die Direktive zur Zukunft der Raumforschung.© afp/Loeb Trump unterzeichnet, von US-Astronauten umgeben, die Direktive zur Zukunft der Raumforschung.© afp/Loeb

Boston. (ce) Präsident Barack Obama hatte der Nasa den Flug zum Mars als Aufgabe gestellt. Präsident Donald Trump wies die amerikanischen Astronauten an, erst einmal einen Zwischenstopp auf dem Mond einzulegen.

Am 45. Jahrestag der Mondlandung von Apollo 17 unterzeichnete Trump eine Direktive für die Zukunft der US-Raumforschung. "Die Direktive, die ich heute unterzeichnen, wird Amerikas Raumprogramm wieder auf die Forschung und Entdeckung durch Menschen fokussieren", so der Präsident nach der Unterzeichnung im Weißen Haus. "Das markiert einen wichtigen Schritt, indem amerikanische Astronauten wieder auf den Mond zurückkehren, zum ersten Mal seit 1972, zu langfristiger Erforschung und Nutzung."


Weitschweifig kritisierte Trump frühere US-Führer, die nach seiner Meinung nicht ehrgeizig genug waren. "Dieses Mal werden wir nicht nur unsere Flagge aufpflanzen und unseren Fußabdruck hinterlassen, wir werden einen Grundstein für eine künftige Mission zum Mars legen und vielleicht zu vielen weiteren Welten darüber hinaus", sagte Trump. "Diese Direktive wird sicherstellen, dass Amerikas Raumfahrtprogramm erneut die gesamte Menschheit inspiriert und anführt." In seiner Direktive schreibt er ausdrücklich, dass Amerika die Expansion der Menschheit im Sonnensystem ermöglichen solle.

Zusammenarbeit mit Privaten
Die Trump-Direktive weist der Nasa weder Finanzierungen zu, noch nennt sie einen Zeitplan für den Flug zum Mond. Präsident Obama hatte der amerikanischen Raumfahrtbehörde 2030 als Ziel für einen bemannten Flug zum Mars gesetzt. Mit der neuen Initiative wird die Zusammenarbeit zwischen der staatlichen Nasa und privaten Raumfahrtunternehmen angeschoben.

Diese arbeiten intensiv daran, Raumflüge zu einem profitablen Geschäft zu machen. Trump schrieb: "Der Mond ist interessant für internationale Partner und er liegt in Reichweite der privaten Raumfahrtindustrie Amerikas."

Lockheed Martin und andere Konzerne begrüßten die Direktive des US-Präsidenten. Der Flugzeug- und Waffenkonzern entwickelt gegenwärtig das bemannte Vielzweck-Raumfahrzeug Orion, das Astronauten über die Erdumlaufbahn hinaus befördern soll. "Wir unterstützen die Vision des Präsidenten und des Vizepräsidenten und die Aufgabe, Amerika wieder auf den Mond zu bringen", erklärte das Unternehmen. Man sei bereit mit der Orion für Flüge ins Weltall und mit dem Prototyp einer Mond-Wohnanlage dazu beizutragen.

Kritiker äußern Zweifel
Während Republikaner wie Brian Babin vom Weltraum-Unterausschuss im Abgeordnetenhaus die Führungsstärke Trumps loben und Erfolge für die private Raumfahrt voraussehen, äußern andere Zweifel an dem vorschnellen Lorbeer. "Bei allen Zielsetzungen bleibt die wahre Frage für die Weltraumpläne der Trump-Regierung, ob das ein Geschenk für bestimmte Interessengruppen ist, oder eine Raumfahrt-Strategie auf lange Sicht", sagte Phil Larson von der Universität von Colorado.

Firmen in den USA arbeiten an der Entwicklung bezahlbarer Raumforschung. Moon express im Silicon Valley will im kommenden Jahr einen Roboter auf den Mond schicken, um Bergbaumöglichkeiten zu erkunden. Mondflüge werden auch von Blue Origin, der Firma von Amazon-Gründer Jeff Bezos, SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk und von Lockheed Martin sowie von Boeing geprüft.

Der Wettbewerb schlägt sich in Wortgefechten nieder. In einem Fernsehinterview sagte Boeings CEO Dennis Muilenburg an die Adresse von Musk mit seinem SpaceX gerichtet: "Ich bin sicher, dass die erste Person, die ihren Fuß auf den Mars setzen wird, mit einer Boeing-Rakete dort hinfliegt." Minuten später twitterte Musk: "Mach das doch." Und Boeing twitterte zurück: "Das Spiel ist eröffnet." Der CEO von Moon Express, Bob Richards, warnte vor zu großen Versprechungen. Große Visionen brauchten eine Finanzierung, um Realität zu werden, sagte Richards. "Man sagt: Menschen auf den Mond. Aber man sagt nicht wie."




Schlagwörter

Trump, Astronauten, Mond, NASA

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Dokument erstellt am 2017-12-12 17:44:06



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