• vom 13.02.2018, 22:00 Uhr

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Großbritannien

Oxfam-Skandal: Männer forderten Sex als Gegenleistung für Hilfe




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  • Immer mehr Vorwürfe werden gegen Mitarbeiter der Hilfsorganisation bekannt.

Oxford. Wegen ihres Sex-Skandals gerät die Hilfsorganisation Oxfam immer stärker unter Druck. Mitarbeiter sollen Frauen zu sexuellen Handlungen als Gegenleistung für Unterstützung in Notsituationen gezwungen haben. Das berichtete eine ehemalige Oxfam-Topmanagerin dem britischen Fernsehsender Channel 4.

Allein sie habe von drei Fällen sexuellen Fehlverhaltens binnen 24 Stunden gehört, schilderte Helen Evans. Dabei sei in zwei Fällen die Not der Frauen ausgenutzt worden. Evans kritisierte im Kurznachrichtendienst Twitter, dass Oxfam solchen Vorfällen ungenügend nachgegangen sei.


"Die Vorfälle sexuellen Fehlverhaltens von Oxfam-Mitarbeitern sind unentschuldbar und beschämend", teilte am Dienstag die Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Marion Lieser, mit. "Es ist nicht zuletzt ein Schlag ins Gesicht für die vielen Menschen, die Oxfam mit Geld, Zeit oder Sachspenden unterstützen." Das Vertrauen sei durch "Fehlverhalten einiger weniger" massiv beschädigt worden.

"Haiti war kein Einzelfall"
Nach Berichten über Sexpartys von Oxfam-Mitarbeitern mit Prostituierten in Haiti und im Tschad war am Montag die britische Vizechefin Penny Lawrence zurückgetreten. Sie übernahm damit die "volle Verantwortung" für das Verhalten von Mitarbeitern in der Karibik und in Afrika, auf das nicht angemessen reagiert worden sei.

"Haiti war kein isolierter Vorfall", betonte Evans, zu deren Aufgaben von 2012 bis 2015 auch der Schutz vor sexueller Ausbeutung gehörte, auf Twitter. Eine interne Umfrage in einigen Ländern hatte ihren Angaben zufolge ergeben, dass einer von zehn Mitarbeitern selbst Opfer sexuellen Fehlverhaltens wurde oder solche Belästigungen und Übergriffe zumindest beobachtet habe. Oxfam-Chef Mark Goldring entschuldigte sich bei Evans, nicht schnell genug auf ihre Hinweise reagiert zu haben. Oxfam ist ein internationaler Zusammenschluss von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen und hat seinen Sitz in Oxford. Missbrauch soll angeblich auch in Oxfam-Shops stattgefunden haben. Britische Zeitungen nannten dafür aber keine eindeutige Quelle. In den Secondhand-Geschäften verkaufen ehrenamtliche Teams Sachspenden.

Die britische Ministerin für internationale Zusammenarbeit, Penny Mordaunt, forderte die Hilfsorganisation auf, Vertrauen wieder herzustellen, sonst könnten Regierungsgelder zur Unterstützung gekappt werden.




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Großbritannien, Oxfam

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Dokument erstellt am 2018-02-13 19:11:20


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