• vom 08.03.2018, 18:00 Uhr

Weltchronik


Ägypten

Ägyptens Tourismus - eine Auferstehung?




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  • Nach 2011 ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige am Nil massiv eingebrochen. Das soll jetzt anders werden.



Kairo. (apa) Ägyptens Wirtschaft hängt stark vom Tourismus ab. Nach dem Aufstand gegen den damaligen Präsidenten Hosni Mubarak 2011, den anschließenden politischen Unruhen und wegen islamistischer Terroranschläge sank die Zahl der ausländischen Gäste aber dramatisch. Die neue Tourismusministerin Ranis al-Mashat will nun aber mit "diversifizierten Angeboten" neu durchstarten.

Vor der Revolution zählte das nordafrikanische Land im Jahr 2010 fast 15 Millionen Besucher. Sie spülten ausländische Devisen ins Land und generierten viele Arbeitsplätze. Mit dem Umsturz kam der große Einbruch, erst in den vergangenen zwei Jahren gab es eine Erholung. 2016 waren es nach unterschiedlichen Angaben zwischen 4,5 und 6,8 Millionen Touristen. 2017 kamen laut dem Außenbeauftragten des ägyptischen Parlaments, Tarek Radwan, bereits wieder 8,4 Millionen Gäste ins Land.


Es geht wieder bergauf
Das erste Quartal 2018 deutet auf einem weiteren Anstieg hin. Bis Ende April werden vier Millionen Touristen im Land der Pyramiden erwartet. "2019 werden es insgesamt 19 Millionen sein", versprüht Radwan Optimismus. Laut Regierungskreisen gab es im Vorjahr bereits wieder Einnahmen von über sechs Millionen Dollar.

Ranis Al-Mashat, die ihr Amt im vergangenen Jänner angetreten hat, hegt ehrgeizige Pläne. "Wir wollen die traditionellen Märkte diversifizieren, den Tourismus nachhaltiger gestalten", erklärt sie. Immerhin biete Ägypten für fast alle Segmente etwas: "Man kann ein normaler Tourist sein, ein Pauschaltourist, ein Kulturtourist, ein Rucksacktourist, es gibt für alle etwas."

Nun gelte es, auch neue Nischen zu finden, erzählt die ehemalige Mitarbeiterin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und frühere stellvertretende Leiterin der Ägyptischen Zentralbank. Das könnten Bereiche wie Wellness-Projekte ("Wir haben ungenützte Thermalquellen"), Gesundheitstourismus oder sogar in Ägypten bisher eher unbekannte Segmente wie etwa Birdwatching sein. Man könne ja auch unkonventionelle Ideen andenken, meint die 42-Jährige, warum etwa sollten österreichische Pensionisten ihre Kuraufenthalte auf Krankenkassenkosten nicht theoretisch auch in Ägypten absolvieren könnten?

Die energische Politikerin mit US-Studienabschluss will auch neue Märkte erschließen: "Aus China hatten wir vor drei Jahren 100.000 Besucher, im Vorjahr waren es 300.000." Luft nach oben sei da aber noch genug. Ein Ziel müsse es freilich sein, die mangelnde Ausbildung der im Tourismus arbeitenden Menschen zu verbessern. "Das gilt für alle Bereiche: Gastfreundschaft, Service, Organisation, Haushaltsführung, Kochen. Vielleicht können wir ja auch ein Katalysator sein, um das ägyptische Bildungssystem allgemein zu verbessern."

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Dokument erstellt am 2018-03-08 17:14:41


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