• vom 02.07.2018, 19:05 Uhr

Weltchronik

Update: 02.07.2018, 22:24 Uhr

Thailand

Das Wunder von Tham Luang




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  • Die mehr als eine Woche lang in einer Höhle in Thailand vermissten Jugendfußballer sind am Leben.

Die zwölf Buben im Alter von elf bis 16 Jahren und ihr Fußballtrainer waren am 23. Juni nach einer Trainingseinheit in die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non in der Provinz Chiang Rai eingestiegen. - © APAweb, afp, Lillian Suwanrumpha

Die zwölf Buben im Alter von elf bis 16 Jahren und ihr Fußballtrainer waren am 23. Juni nach einer Trainingseinheit in die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non in der Provinz Chiang Rai eingestiegen. © APAweb, afp, Lillian Suwanrumpha

Bangkok. Erleichterung in Thailand: Nach mehr als einer Woche verzweifelter Suche scheint die Berggöttin Nang Non die Gebete der verzweifelten Angehörigen und Freunde erhört zu haben. Die in einer Höhle im Norden des Landes eingeschlossenen zwölf Kinder und ihr Fußballtrainer sind am Leben. "Unsere Spezialkräfte haben die Menschen wohlbehalten gefunden", berichtet Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn.

Für die Angehörigen gibt es damit nach Tagen des quälenden Wartens zum ersten Mal Grund zur Hoffnung. Viele von ihnen brechen in Tränen oder in Jubelschreie aus, überall wird telefoniert, um die guten Nachrichten weiterzugeben. Doch den Angehörigen ist zu diesem Zeitpunkt auch klar, dass der Einsatz noch längst nicht abgeschlossen ist. Denn nun müssen die Retter einen sicheren Weg finden, um die eingeschlossenen Jugendlichen aus der labyrinthartigen Höhle zu befreien.

"Wir planen, das Wasser aus der Höhle herauszupumpen und sie zu holen", sagt der Gouverneur unmittelbar nachdem er die erlösende Nachricht bekanntgegeben hat. Doch das Abpumpen des Wassers ist nur eine Möglichkeit, vor allem weil es vergleichsweise lange dauern würde. Die Retter diskutieren daher auch eine andere Variante. So könnten die Spezialisten des thailändischen Militärs, die die Jugendlichen bereits mit Spezialnahrung versorgt haben, auch Taucherausrüstungen zu den Eingeschlossenen bringen und dann gemeinsam mit ihnen wieder aus der Höhle heraustauchen. Das würde zwar schneller gehen, wäre aber wohl auch deutlich gefährlicher.

Die Fußballmannschaft wurde seit dem 23. Juni in der Tham-Luang-Höhle in der Provinz Chiang Rai vermisst. Die zwölf Buben im Alter von elf bis 16 Jahren und ihr Trainer waren an jenem Tag nach dem Training in die Höhle eingestiegen.

Seitdem haben Hunderte Helfer, Taucher, Soldaten und Höhlenexperten nach der Gruppe gesucht. Wasser wird aus der zehn Kilometer langen, verzweigten Höhle gepumpt, und die Helfer suchen nach anderen Zugängen, um die Fußballer doch noch irgendwie aufzuspüren. Funde von Hand- und Fußabdrücken hatten gleich zu Beginn die Hoffnung genährt, die Gruppe könnte sich in die tief liegende Kammer gerettet haben. Trotz der intensiven Suche gibt es aber lange kein Lebenszeichen.

Die Hoffnung am Leben halten

Am vergangenen Wochenende können die Rettungsmannschaften, deren Arbeit immer wieder durch massive Regenfälle erschwert wird, aber immerhin kleine Erfolge vermeldet. So gelingt es ihnen, weiter in die etwa zehn Kilometer lange Höhle vorzudringen und zu einer Biegung vorzustoßen, an der sich der Höhlenweg in zwei Richtungen teilt.

Die Verantwortlichen geben inzwischen optimistische Parolen aus. Die Jugendlichen und ihr Trainer könnten bis zu 30 Tage ohne Verpflegung überleben, wenn sie mit ihrer Energie gut haushalten, sagt der Provinzgouverneur noch kurz vor der Erfolgsmeldung .

Auch in der Mae-Sai-Prasitsart-Schule bemühen sich die Lehrer die ganze Zeit, die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Hier sitzen wenige Stunden vor der erlösenden Nachricht fast 3000 Buben und Mädchen im Schneidersitz im Schulhof, um für ihre vermissten Schulkameraden zu beten. Er sei anfangs schockiert, traurig und nervös gewesen, sagt Thanwa Chuaychukit, dessen Freund Peerapat zu den Eingeschlossenen gehört. Jetzt werde es langsam besser.





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Thailand, Höhle

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-02 19:06:26
Letzte Änderung am 2018-07-02 22:24:49


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