• vom 03.09.2018, 07:53 Uhr

Weltchronik

Update: 03.09.2018, 11:04 Uhr

Libyen

Regierung in Tripolis verhängt Ausnahmezustand




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Von WZ Online, APA, AFP, dpa

  • Hunderte Häftlinge nutzen das Chaos in der libyschen Hauptstadt für einen Gefängnisausbruch.

In Tripolis sind mehr als 400 Menschen aus einem Gefängnis ausgebrochen. Nach einer Meuterei konnten die Häftlinge die Tore öffnen und fliehen. - © APAweb / Reuters, Hani Amara

In Tripolis sind mehr als 400 Menschen aus einem Gefängnis ausgebrochen. Nach einer Meuterei konnten die Häftlinge die Tore öffnen und fliehen. © APAweb / Reuters, Hani Amara

Tripolis. Nach Zusammenstößen rivalisierender Milizen in der libyschen Hauptstadt ist in der Millionenmetropole der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung erklärte am Sonntag, angesichts der gefährlichen Lage diene der Ausnahmezustand dem Schutz der Zivilbevölkerung.

Zudem rief sie die Konfliktparteien dazu auf, eine am Mittwoch vereinbarte Feuerpause zu respektieren.

Unter den Opfern sind viele Zivilisten

Bei Kämpfen wurden nach Behördenangaben seit vergangenem Montag mindestens 39 Menschen getötet und Dutzende verletzt, darunter viele Zivilisten. Der Grund für den Ausbruch der Gewalt, in dessen Verlauf neben Schusswaffen auch Granatwerfer zum Einsatz kamen, blieb zunächst unklar. Die Milizen, die sich bekämpft hatten, waren demnach als Unterstützer der Regierung in Tripolis bekannt.

Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen ein Bürgerkriegschaos. Zahlreiche bewaffnete Milizen bekämpfen sich gegenseitig. Die international anerkannte Regierung in Tripolis konnte ihren Einfluss kaum über die Hauptstadt hinaus ausdehnen. Sie konkurriert mit einer Regierung im Osten des Landes. Beide werden von schwerbewaffneten Milizen unterstützt.

Im Mai hatten sich die Anführer der rivalisierenden Fraktionen bei einem Treffen in Paris auf Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 10. Dezember geeinigt.

Gefängnisausbruch in Tripolis


Inmitten von Gefechten rivalisierender Milizen sind in Libyens Hauptstadt Tripolis mehr als 400 Häftlinge aus einem Gefängnis ausgebrochen. Die Männer hätten nach einer Meuterei die Tore öffnen und fliehen können, teilte die Polizei am Sonntag mit. Wärter hätten die Flucht nicht verhindern können, weil sie um ihre eigenen Leben gefürchtet hätten.

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hätten sich Milizen in der Nähe des Ain-Sara-Gefängnisses Gefechte geliefert, teilte die Polizei mit. In der Strafanstalt waren zumeist gewöhnliche Kriminelle und Anhänger des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi untergebracht.

Kämpfe in Triplois seit einer Woche

Seit Montag bekämpfen sich Milizen in Tripolis, dabei feuern sie auch immer wieder Raketen ab. Das Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der Toten am Freitagabend auf 39, die meisten seien Zivilisten. Der einzige Flughafen der Hauptstadt stellte am Freitag wegen der Kämpfe seinen Betrieb ein.

Seit Gaddafis Sturz von Libyens im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Bewaffnete Milizen haben die Kontrolle über weite Teile des Landes. Die international anerkannte Übergangsregierung in Tripolis verfügt nur über begrenzten Einfluss.

Libyen ist das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die Europäische Union gelangen wollen. Vom Westen Libyens aus ist Italien nur etwa 300 Kilometer entfernt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-03 07:57:24
Letzte Änderung am 2018-09-03 11:04:54


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