• vom 03.09.2018, 17:34 Uhr

Weltchronik

Update: 03.09.2018, 19:24 Uhr

Religion

". . . dann bleibt nur das Schweigen"




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  • Papst Franziskus reagiert auf neuerliche Vorwürfe betont zurückhaltend.

Beten und schweigen - so lässt sich die Gegenstrategie des Papstes zusammenfassen.

Beten und schweigen - so lässt sich die Gegenstrategie des Papstes zusammenfassen.© afp/Andreas Solaro Beten und schweigen - so lässt sich die Gegenstrategie des Papstes zusammenfassen.© afp/Andreas Solaro

Vatikanstadt/Wien. (apa/kap) Der eine wird immer lauter, der andere übt sich in Stille: Während der frühere US-Nuntius, Erzbischof Carlo Maria Vigano, am Wochenende neue Vorwürfe gegen Papst Franziskus erhoben hat, reagiert dieser betont zurückhaltend: In seiner jüngsten Predigt am Montag meinte Franziskus unter Bezugnahme auf das Tagesevangelium (Lukas 4,16-30), das davon erzählt, wie Jesus in seiner Heimatstadt Nazareth abgelehnt und vertrieben wurde: "Gerade mit seinem Schweigen hat Jesus die wilden Hunde und den Teufel besiegen können. Und was lernen wir dabei? Wenn einige die Wahrheit nicht sehen, dann bleibt nur das Schweigen." Beten und Stille seien der einzige mögliche Weg, "mit Menschen umzugehen, die nur Skandale, nur Spaltung suchen". Die Wahrheit sei sanftmütig und wirke im Schweigen.

Vigano nannte der Papst dabei nicht namentlich - im Gegensatz etwa zum Passauer Bischof Stefan Oster, der sich in seinem Blog (www.stefan-oster.de) klar auf die Seite seines Oberhirten stellte: "Nein, ich sehe keinen Papst, der die Lehre umstürzen will, ich sehe auch keinen, der selbst vertuschen oder sein eigenes Süppchen kochen oder eigene Seilschaften knüpfen will." Und: "Ich glaube Papst Franziskus."


Aufruf zu Gebet für den Papst
Nach anfänglichem Schweigen hat sich auch die EU-Bischofskonferenz öffentlich zu Wort gemeldet. Sie bekräftigte "angesichts der ernsthaften Angriffe auf die Kirche und den Heiligen Vater ihre Unterstützung, ihre Treue und ihr Vertrauen gegenüber Papst Franziskus". Man verurteile Versuche, "die Kirche Christi zu spalten", und rufe alle Menschen guten Willens auf, "für die Entwicklung einer Welt der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Friedens zu arbeiten". Weitere Solidaritätsbekundungen kamen aus Spanien, Argentinien, Peru, Paraguay und den USA.

In Österreich haben sich die Bischöfe bisher überwiegend mit konkreten Wortmeldungen zurückgehalten. Die deutlichsten Worte fand der Feldkircher Bischof Benno Elbs in einem Brief an seine Diözese: Die Causa Vigano sei der "traurige Höhepunkt einer Kampagne, die zum Ziel hat, Papst Franziskus und damit auch sein Eintreten für Christus und die Randgruppen der Gesellschaft in Misskredit zu bringen". In dieser Situation sei es "wichtig, dass wir Zeichen der Verbundenheit mit Papst Franziskus setzen", so Elbs, der zum Gebet für den Pontifex aufrief.

Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl meinte im Gespräch mit dem ORF: "Für mich ist ja das Interessante: Immer dann, wenn du das Wesentliche in den Blickpunkt rückst, fängt es auf einmal an zu gären. Und das kommt jetzt raus, das sehe ich zunächst einmal positiv. Papst Franziskus geht weiterhin unbeirrt und offen seinen Weg der Reform der Kirche, wir gehen mit ihm."

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Dokument erstellt am 2018-09-03 17:44:57
Letzte Änderung am 2018-09-03 19:24:10


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