• vom 29.09.2018, 09:37 Uhr

Weltchronik

Update: 30.09.2018, 09:19 Uhr

Indonesien

Mehr als 800 Tote nach Tsunami




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Von WZ Online / APA/dpa

  • Eine Flutwelle traf Sulawesi. Die Suche nach Überlebenden wird zum Wettlauf gegen die Zeit.

Helfer suchen zwischen Schlamm und zerstörten Häusern nach Überlebenden.

Helfer suchen zwischen Schlamm und zerstörten Häusern nach Überlebenden.© APAweb, ap, Tatan Syuflana Helfer suchen zwischen Schlamm und zerstörten Häusern nach Überlebenden.© APAweb, ap, Tatan Syuflana

Palu. Bei den schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. In einer neuen Zwischenbilanz bezifferten die Behörden die Zahl der Toten am Sonntag auf mindestens 832. Der Katastrophenschutz des Landes teilte am Sonntag mit, das betroffene Gebiet sei größer als anfangs vermutet. Viele Opfer seien noch unter eingestürzten Gebäuden begraben. Daher dürfte die Totenzahl weiter zunehmen, sagte ein Behördensprecher.

Nach der Tsunami-Katastrophe auf Sulawesi wird die Suche nach Überlebenden zum Wettlauf gegen die Zeit. Den Rettungskräften gelang es bis Sonntagmittag (Ortszeit) immer noch nicht, zu allen Orten entlang der Westküste von Indonesiens viertgrößter Insel vorzudringen. Die Arbeiten werden durch zerstörte Straßen und beschädigte Kommunikationsverbindungen erschwert.

Befürchtet wird, dass im Schlamm und in den Trümmern von Häusern noch zahlreiche Opfer liegen. Nach der bisherigen Bilanz kamen durch die Erdbeben von Freitag und den dadurch ausgelösten Tsunami mindestens 420 Menschen ums Leben. Mehr als 500 wurden teils schwer verletzt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch deutlich steigen könnte. Aus der Stadt Donggala im Norden gab es nach Angaben von Vizepräsident Yusuf Kalla noch keinerlei zuverlässige Informationen.



Inselhauptstadt wurde schwer getroffen

In der 350.000-Einwohner-Stadt Palu, die besonders schlimm getroffen wurde, gab es keinen Strom. Die Handy-Netze funktionierten nur gelegentlich. Auch viele Regierungsgebäude sind beschädigt oder zerstört. Insbesondere wurde in Palu auch noch nach den Gästen eines eingestürzten Hotels gesucht. Aus den Trümmern hörte man immer noch Stimmen. Nach Angaben von Helfern fehlt es jedoch an geeignetem Gerät, um die Eingeschlossenen herausziehen zu können

Hohe Welle nach dem Erdbeben

"Wir brauchen jede Hilfe, die wir bekommen können", erklärte der Direktor der Undata-Klinik in der Inselhauptstadt Palu, Komang Adi Sujendra. Laut Katastrophenschutz gehen die meisten Toten auf das heftigere der beiden Erdbeben zurück, das mit einer Stärke von 7,4 am Freitagabend (Ortszeit) ganz Sulawesi erschütterte. Zuvor hatte es schon ein Beben der Stärke 5,9 gegeben.

Das Zentrum des zweiten Erdbebens lag in rund zehn Kilometern Tiefe, etwa 80 Kilometer nördlich von Palu. Dieser Erdstoß löste eine hohe Meereswelle aus, die über die Küste der Stadt hereinbrach. Viele Menschen gerieten in Panik. Mehrere Häuser wurden weggeschwemmt. Auch eine Shopping Mall und eine Moschee nahmen schweren Schaden.

Flughafen geschlossen

Andere Orte an der Küste Sulawesis, einer der größten indonesischen Inseln, sind ebenfalls betroffen. Mehrere Häuser und Kommunikationsleitungen wurden zerstört, der Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt Palu wurde geschlossen.

Indonesien - mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder. Bei mehreren Erdstößen auf der bei Touristen beliebten Insel Lombok - der Nachbarinsel von Bali - kamen im Sommer mehr als 500 Menschen ums Leben. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit.





Schlagwörter

Indonesien, Tsunami, Sulawesi, Erdbeben

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-09-29 09:39:10
Letzte Änderung am 2018-09-30 09:19:14


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