• vom 09.11.2018, 17:58 Uhr

Weltpolitik

Update: 09.11.2018, 18:15 Uhr

Gedenken

"Lasst uns immer wachsam sein"




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  • Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren: Macron gedenkt mit Trump und Merkel in Paris.



Weltkriegsgedenken: Präsident Macron trifft französische Veteranen.

Weltkriegsgedenken: Präsident Macron trifft französische Veteranen.© reuters/Marin Weltkriegsgedenken: Präsident Macron trifft französische Veteranen.© reuters/Marin

Paris/London. (schmoe) US-Präsident Donald Trump reist extra nach Paris, sein russischer Amtskollege Wladimir Putin und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kommen ebenfalls an die Seine. Begangen wird das Ende des Ersten Weltkriegs, das sich zum 100. Mal jährt. Für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine gute Gelegenheit, seine lauen Popularitätswerte auf Vordermann zu bringen. Immerhin ist der Sieg des Jahres 1918 für Frankreich so konsensbildend wie kaum ein anderes historisches Ereignis.

Eine klare Sache für Macron, könnte man meinen. Doch auch hier liegen die Stolpersteine versteckt. So hat es sich der Präsident nicht nehmen lassen, den Nazi-Kollaborateur Philippe Petain als "großen Soldaten" des Ersten Weltkrieges zu bezeichnen - was auf heftige Kritik stieß. Der jüdische Dachverband Crif zeigte sich "schockiert", der französische Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon nannte Petain einen "Verräter und Antisemiten". Empörung auch in Israel: "Petain hat die Ausweisung und den Massenmord an Juden gebilligt und erleichtert", so Erziehungsminister Naftali Bennett per Twitter.

Keine Parade aus Rücksicht auf Merkel

An anderer Stelle ist Macron dann doch um diplomatisches Fingerspitzengefühl bemüht. Aus Rücksicht auf die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wird es keine große Militärparade geben. Denn im deutsch-französischen Verhältnis ist der 11. November ein schwieriges Datum. In Frankreich ist es ein gesetzlicher Feiertag, man gedenkt der 1,4 Millionen getöteten Soldaten und des Sieges. In Deutschland gibt es nicht viel zu feiern, man übergeht die 1,9 Millionen Toten und die Karnevalshochburgen starten lautstark in die närrische Saison. Vor Merkel reiste kein deutscher Kanzler zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs nach Frankreich.

Dass Trump und Putin auf Pariser Boden zu einem Gespräch unter vier Augen zusammenkommen, ist unwahrscheinlich. In den USA dominert nach den Midterms Trumps Russland-Affäre die Schlagzeilen. Moskau steht im Verdacht, zugunsten des Republikaners in den Präsidenten-Wahlkampf 2016 eingegriffen zu haben. Das einzige Vier-Augen-Gespräch Trumps wird es mit Macron geben. Der US-Präsident will auch nicht am "Paris Peace Forum" vom 11. bis zum 13. November teilnehmen, sondern vorher den Heimflug antreten.

Bei dem großen Kongress werden Experten und NGO-Vertreter sowie 80 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt über Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Welt diskutieren. Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen nimmt teil. Die Eröffnungsreden halten am Nachmittag des 11. November UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und - eine besondere Ehre - Angela Merkel.




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Dokument erstellt am 2018-11-09 18:10:13
Letzte Änderung am 2018-11-09 18:15:55


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