• vom 21.11.2018, 22:01 Uhr

Weltpolitik


Israel

Sebastian Kurz erhält Ehrenpreis "Jerusalem Navigator"




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  • Bundeskanzler sei "wahrer Freund des jüdischen Volkes", so EJC-Präsident Moshe Kantor.

Wien. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist vom Europäischen Jüdischen Kongress (EJC) mit dem Ehrenpreis "Jerusalem Navigator" ausgezeichnet worden.

"Sie haben bewiesen, dass sie ein Mann von Grundsätzen und Visionen sind und ein wahrer Freund des jüdischen Volkes", sagte EJC-Präsident Moshe Kantor am Dienstagabend bei der Übergabe des Preises in Wien.


Bei einem Festessen am Vorabend der von Österreich als Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft veranstalteten Konferenz gegen Antisemitismus und Antizionismus in Wien dankte Kantor dem Bundeskanzler dafür, dass er die Frage des Antisemitismus und der Sicherheit des jüdischen Volkes zur Priorität gemacht habe.

"Beim Blick auf die dunkelsten Kapitel Österreichs haben Sie sich nicht vor der historischen Wahrheit gedrückt, sondern Sie nahmen sie an mit der Verantwortung eines großen Staatsmannes", sagte der EJC-Präsident bei einem Dinner im Naturhistorischen Museum, an dem auch der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (JWC), Ronald Lauder, teilnahm.

Kantor zeigte sich auch erfreut über die "Blüte" der Beziehungen zwischen Österreich und Israel, da der jüdische Staat "unseren Herzen sehr nahe liegt".

"Als sie erklärten, dass die israelische Sicherheit Österreichs Staatsräson ist, bedeutete uns das sehr viel." Als Dankeschön "für alles, was sie für Europas jüdische Gemeinden getan haben" überreichte Kantor nach seiner Rede dem Kanzler den Preis "Jerusalem Navigator", den zuvor etwa der belgische Ex-Premier Yves Leterme oder der italienische Außenminister Angelino Alfano erhalten hatten.

Die Hauptrede beim Festessen im Naturhistorischen Museum hielt der Holocaust-Überlebende Arik Brauer, der heuer schon anlässlich des Staatsakts zum Kriegsende am 8. Mai mit seiner Rede über seine persönlichen Erfahrungen berührt hatte. Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hatte er dabei ins Stammbuch geschrieben, "mit Geduld und Freude die Kritik und Kontrolle der Öffentlichkeit zu ertragen - je mehr davon, umso besser".

Ehrenzeichen der Republik
für Arik Brauer

Kurz ehrte Brauer bei diesem Anlass mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich. Der Bundeskanzler dankte dem 1929 in Wien geborenen jüdischen Maler, Grafiker und Sänger dafür, dass er auch der jüngeren Generation seine Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Holocausts weitergebe. Arik Brauer warnte in seiner Rede im Naturhistorischen Museum unter anderem vor durch Migration aus dem arabischen Raum importierten Antisemitismus: "Die Araber haben ein Problem mit uns, und wir eines mit ihnen."

Brauer beklagte in seiner teilweise auf Hebräisch gehaltenen Rede auch, dass die israelische Politik oft missverstanden werde. "Israel-Bashing ist ein Volkssport in Europa. Aber Israel braucht Europa und Europa braucht Israel."




Schlagwörter

Israel, Sebastian Kurz

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Dokument erstellt am 2018-11-21 18:07:23


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